Als Unternehmerin, die selbst in verschiedenen Ländern arbeitet, weiß ich: Kaum etwas wird so sehr unterschätzt wie das Thema Versicherungen im Ausland. Viele glauben, dass bestehende deutsche Policen automatisch weltweit greifen. Doch genau hier lauern teure Fallstricke.
Diese sieben Versicherungen brauchen Unternehmer im Ausland:
Eine deutsche Auslandskrankenversicherung reicht oft nur für Urlaubsreisen oder kurze Aufenthalte, meist maximal ein Jahr. Wer dauerhaft im Ausland lebt oder arbeitet, braucht eine internationale Krankenversicherung (eine sogenannte IPMI, kurz für International Private Medical Insurance). Sie deckt auch teure Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und oft sogar Rücktransporte ab.
Typischer Fehler: Viele verlassen sich auf die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Sie deckt aber nur medizinisch notwendige Behandlungen im öffentlichen System ab – keine Privatärzte und keine Rückholkosten.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen für Selbstständige. Allerdings sind viele Policen nur in Deutschland oder höchstens innerhalb der 38 OECD-Länder gültig. Wer außerhalb dieser Regionen lebt, riskiert, dass die Versicherung im Ernstfall nicht zahlt.
Mein Tipp: Vor dem Auslandsaufenthalt genau prüfen, ob die BU auch im Wohnsitzland gilt – und sich das schriftlich bestätigen lassen.
Eine private Haftpflichtversicherung ist auch im Ausland Gold wert, allerdings gilt sie oft nur zeitlich begrenzt oder regional eingeschränkt. Unternehmer brauchen zusätzlich eine Betriebs- beziehungsweise Berufshaftpflichtversicherung, die weltweiten Schutz bietet.
Typischer Fehler: Viele glauben, ihre deutsche Haftpflicht sei automatisch weltweit gültig. In der Praxis schließen viele Versicherer die USA und Kanada komplett aus oder beschränken die Deckung nur auf Messebesuche.
Welche drei weiteren Versicherungen Unternehmer im Ausland für den Ernstfall unbedingt brauchen, erfahren Sie auf der zweiten Seite.
Rechtsstreitigkeiten mit Geschäftspartnern, Kunden oder Vermietern sind im Ausland oft noch kostspieliger als in Deutschland. Eine internationale Rechtsschutzversicherung deckt Anwalts- und Gerichtskosten ab und gibt Sicherheit in einer fremden Rechtsordnung.
Typischer Fehler: Viele sparen an dieser Versicherung, obwohl schon ein kleiner Konflikt im Ausland schnell mehrere tausend Euro kosten kann.
Deutsche Unternehmer können auch aus dem Ausland freiwillig weiter in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Allerdings sind staatlich geförderte Produkte wie Riester oder Rürup im Ausland oft nicht mehr attraktiv oder sogar gar nicht möglich.
Mein Tipp: Eine private, flexible Altersvorsorge ist für Unternehmer im Ausland unverzichtbar.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt nur Arbeitnehmer in Deutschland – nicht aber Selbstständige und Unternehmer. Wer im Ausland lebt, sollte eine private Unfallversicherung mit weltweitem Schutz abschließen.
Typischer Fehler: Viele Unternehmer glauben, ihre private Unfallversicherung sei automatisch weltweit gültig. Tatsächlich gilt der Schutz oft nur eingeschränkt oder mit niedrigen Leistungen.
Neben den „Klassikern“ gibt es Spezialversicherungen, die für viele Unternehmer im Ausland sinnvoll sind:
Versicherungen im Ausland sind komplexer, als viele denken. Wer hier spart oder ungenau hinschaut, riskiert im Ernstfall seine Existenz. Wichtig ist, nicht nur den eigenen Bedarf zu prüfen, sondern auch die Gültigkeit der bestehenden Policen im Ausland. Mit einer durchdachten Absicherung sind Unternehmer deutlich entspannter unterwegs – egal, ob sie in Zürich, Lissabon oder New York arbeiten.
Wer außerdem wissen möchte, was Celine Nadolny anderen Unternehmern für ihre Altersvorsorge empfiehlt, kann das hier nachlesen.
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