Erstmal die gute Nachricht: Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang März 2025 zum sechsten Mal in Folge die Leitzinsen senkte, sind die aktuellen Überschussbeteiligungen in der Lebensversicherung etwas gestiegen.
Und jetzt die schlechte: Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Aufwärtstrend verlangsamt. Und längst nicht alle Anbieter gehen bei dieser Erhöhung mit. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt eine aktuelle Studie der Rating-Agentur Assekurata zu Überschussbeteiligungen und Garantien, dass sich die Stimmung unter den Lebensversicherern etwas verbessert hat. Das berichtet Bereichsleiter Lars Heermann in seinem Blogbeitrag.
Aus den Einschätzungen der Lebensversicherer zur Geschäftslage und einzelnen Produkten hat Assekurata Indexwerte ermittelt. Diese ergeben sich aus dem Durchschnitt der Einzelantworten auf einer Skala von sehr negativ (-2), negativ (-1), neutral (0), positiv (+1) bis sehr positiv (+2):
Dennoch bleiben die Anbieter vorsichtig. Kein Studienteilnehmer bewertet seine Gesamtgeschäftslage oder -erwartungen als sehr positiv. Für die verhaltene Prognose sorgen vor allem das schwache wirtschaftliche Gesamtumfeld, unsichere Zins- und Inflationsaussichten sowie die angespannte weltpolitische Lage.
Wer sich für den Vergleich zum Vorjahr interessiert und was das für die Branche bedeutet, kann das auf der kommenden Seite nachlesen.
Ein Vergleich mit den Studienergebnissen der vergangenen Jahre zeigt, dass Fondspolicen durchweg positive bis sehr positive Bewertungen erhalten, während klassische Modelle – mit Ausnahme der bAV – an Bedeutung verloren haben. Zwar tragen höhere Überschussbeteiligungen und der gestiegene Höchstrechnungszins aktuell zu einer besseren Prognose bei. Allerdings reicht dies aus Lars Heermanns Sicht nicht aus, um eine Renaissance der klassischen Lebensversicherung zu bewirken.
Der anhaltende Trend in Richtung Fondspolicen bedeutet zugleich, dass kollektive Ausgleichsmechanismen über die Deckungsstöcke der Anbieter, wie sie die Lebensversicherung traditionell prägen, weniger wichtig werden.
Stattdessen dominieren Fondsinvestitionen und direkte Kapitalmarktbeteiligungen das Altersvorsorgegeschäft der Gesellschaften. Dadurch steht die Branche verstärkt im Wettbewerb mit Banken und Investmentanbietern. Einfacher dürfte das Neugeschäft dadurch nicht werden.
Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) konnte die Branche 2024 zumindest beim Einmalbeitrag wieder ein deutliches Plus verzeichnen. Beim laufenden Beitrag hingegen traten die Lebensversicherer im vergangenen Jahr auf der Stelle.
Dennoch signalisieren die Studienergebnisse einen Lichtblick, sowohl insgesamt als auch in bestimmten Produktsegmenten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Einschätzungen bestätigen oder ob externe wirtschaftliche und politische Faktoren für Rückschläge sorgen.
Positiv könnten sich die gesunkene Inflation und die gestiegenen Reallöhne auswirken. Dennoch werden die weiterhin sehr hohen Preise viele Personen vermutlich dazu bewegen, weniger in langfristige Altersvorsorgeprodukte zu investieren.
Stattdessen könnten mehr Leute zu „Vorsichtssparen“ tendieren, bei dem sie Geld für schlechte Zeiten zurücklegen. Hinzu kommen noch regulatorische Herausforderungen. Sie werden die Produktgestaltung und den Geschäftserfolg der Lebensversicherer beeinflussen.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.