22 Millionen Tonnen ausgestoßenes Kohlendioxid (CO2) von jenen Unternehmen, an denen Versicherer beteiligt sind, lassen sich der Versicherungsbranche zuordnen. Das geht aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Dort wurde der CO2-Fußabdruck der Versicherer für börsennotierte Aktien und Unternehmensanleihen im Volumen von 310 Milliarden Euro erfasst. Das entspreche rund einem Fünftel der gesamten Anlagen der Erstversicherer, heißt es im Bericht.
„Unser Fußabdruck für börsennotierte Aktien und Unternehmensanleihen von 71 Tonnen CO2 je investierter Million Euro ist die Referenz, an der wir uns in künftigen Jahren messen lassen wollen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen im Rahmen des am 24. November in Berlin veranstalteten Transver Day 2022 (Transformation Versicherung). Dabei handelt es sich um den Nachhaltigkeitstag der Versicherer. Bis 2025 soll der ermittelte Wert erkennbar sinken.
Der GDV habe den Fußabdruck auf Basis der Methoden erhoben, die für Unternehmen künftig gesetzlich vorgegeben sind. In den kommenden Jahren wollen die deutschen Versicherer den CO2-Fußabdruck auch für weitere Anlageklassen erheben, so der Verband.
Weiter heißt es, dass Versicherer mit einem Marktanteil von 86 Prozent an den Beitragseinnahmen bereits eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie hätten. Das wären 182 Unternehmen. 85 Prozent der Unternehmen hätten auch Net-Zero-Ziele für die Kapitalanlagen. Im eigenen Geschäftsbetrieb würden 80 Prozent darauf achten, zum Beispiel bei der Auswahl von Dienstleistern oder der Energieversorgung. Bei der Zeichnung von Risiken berücksichtigen 58 Prozent ihre Nachhaltigkeitsauswirkungen.
Anfang 2021 hatten die Versicherer ein Positionspapier für ihre Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht (wir berichteten). Demnach soll die Branche mit ihrer Nachhaltigkeitspositionierung die eigene Kapitalanlage in Höhe von 1,8 Billionen Euro bis zum Jahr 2050 emissionsfrei gestalten. Es sollen langfristig keine gewerblichen und industriellen Risiken mehr ins Portfolio kommen, wenn Kunden und Geschäftspartner keine eigenen Anstrengungen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft unternehmen. Nachhaltige Versicherungsprodukte sollen ausgebaut werden und spätestens ab 2025 sollen die Versicherer in ihren eigenen Liegenschaften in Deutschland netto-klimaneutral arbeiten.
Im Zuge der Veranstaltung wurde der Transver-Preis des Jahres an den Verein Klimadelegation überreicht. Die Klimaaktivisten setzen sich für eine ambitioniertere Klimapolitik weltweit ein und engagieren sich auf den Klimakonferenzen, wie zuletzt in Ägypten.
Einige Nachhaltigkeitskennziffern laut GDV:
Hier geht es zum Nachhaltigkeitsbericht.
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