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Die private Krankenversicherung (PKV) in Deutschland hat im Jahr 2025 ihr drittes Wachstumsjahr in Folge verzeichnet. Das geht aus dem aktuellen Marktausblick der Kölner Rating-Agentur Assekurata hervor.
In der Vollversicherung stieg die Zahl der Versicherten um 0,5 Prozent auf knapp 8,8 Millionen. Wesentlicher Wachstumstreiber war der erneut gestiegene Zustrom aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): 206.300 Personen wechselten 2025 in die PKV – deutlich mehr als die 184.500 des Vorjahres. Auch in der Zusatzversicherung hielt das Wachstum an; dort kletterte die Vertragszahl um 2,2 Prozent auf 32 Millionen.
Besonders gut entwickelte sich abermals die betriebliche Krankenversicherung (bKV). 60.600 Unternehmen bieten ihren Beschäftigten eine bKV an – 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Mittlerweile profitieren rund 2,8 Millionen Arbeitnehmer von diesem Leistungsbaustein. Der Anteil der bKV am gesamten Zusatzversicherungsbestand ist in zehn Jahren von 2,4 auf 8,8 Prozent gestiegen.
Das Wachstum spiegelt sich auch in den Beitragseinnahmen wider, die 2025 auf einen neuen Rekordwert von 54,4 Milliarden Euro stiegen – ein Zuwachs von 7,3 Prozent. Allerdings erhöhten sich die Leistungsausgaben nahezu im gleichen Tempo um gut 7,0 Prozent auf 42,1 Milliarden Euro.
Ein Phänomen, das übrigens auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) betrifft. Beide Systeme kämpfen mit Entwicklungen wie dem (teuren) medizinischen Fortschritt, Fachkräftemangel, steigenden Krankenhauskosten und hochpreisigen Arzneimittelinnovationen.
„Infolge der gestiegenen Leistungsausgaben ist die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote branchenweit weiter gesunken. Wie bereits im Vorjahr hat sie sich 2025 mit knapp 7,8 Prozent erneut der kritischen Marke von 5,0 Prozent genähert“, sagt Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will. „Die bereits spürbareren Beitragsanpassungen der vergangenen beiden Jahre konnten den starken Anstieg der Leistungsausgaben nicht ausgleichen. Deshalb kam es auch 2026 erneut zu überdurchschnittlichen Beitragsanpassungen. Dadruch gewinnt die Profitabilität der einzelnen Sparten für die Versicherer weiter an Bedeutung.“
Um den anhaltenden Kostendruck zu bewältigen, setzen die Versicherer verstärkt auf Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI). KI-Anwendungen werden zunehmend in der Leistungsbearbeitung, im Risikomanagement und im Kundenservice eingesetzt. Parallel dazu sollen Präventionsprogramme und eine bessere Koordination komplexer Behandlungsabläufe dazu beitragen, die Ausgaben langfristig zu dämpfen. Eine wachsende Rolle spielt dabei auch die Datenresilienz: Angesichts steigender Cyberrisiken müssen Versicherer sensible Gesundheitsdaten zuverlässig schützen können.
Politisch steht die PKV vor gemischten Vorzeichen. Einerseits könnten mögliche Leistungskürzungen im Zuge der GKV-Reform sowie die geplante Einschränkung der kostenlosen Familienmitversicherung neue Vertriebschancen eröffnen. Andererseits wird die ab 2027 geplante Anhebung der Versicherungspflichtgrenze den Zugang zur PKV erheblich erschweren.
Hinzu kommt die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ): „Die geplante Einführung stellt die Versicherer auf mehreren Ebenen vor Herausforderungen. Bestehende Prozesse in der Leistungsbearbeitung müssen angepasst werden und auch bei der Produktentwicklung muss die neue GOÄ inhaltlich und kalkulatorisch berücksichtigt werden“, heißt es von Assekurata.
Trotz aller Herausforderungen sieht Assekurata die strukturellen Perspektiven der PKV als intakt an. Der kapitalgedeckte Ansatz und die Alterungsrückstellungen von 355 Milliarden Euro gelten als langfristige Stabilitätsanker. Wachstumspotenziale bestehen weiterhin in der bKV, in Zusatzversicherungen sowie im Beihilfemarkt. Kritischer bewertet die Agentur hingegen die Pflegeversicherung: Dort haben die politischen Rahmenbedingungen bislang weder private noch betriebliche Vorsorge begünstigt.
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