Studie

Altersvorsorgedepot: Branche erwartet jährliche Zuflüsse in Milliardenhöhe

Die Reform der privaten Altersvorsorge dürfte Jahr für Jahr viele Milliarden Euro Nettozuflüsse bringen, so eine Studie von S&P Global Ratings. Wenn die Versicherer weiterhin einen Großteil des Kuchens abhaben wollen, müssen sie nachbessern. Sie haben aber auch Vorteile.
Frau analysiert Börsendaten auf einem Computerbildschirm.
© rawpixel.com/Freepik
Frau schaut sich Börsenkurse an: Das neue Altersvorsorgedepot hat großes Potenzial für die Versicherungs- und Finanzbranche.

Wenn diesmal alles glatt läuft, soll die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge 2027 in Kraft treten. Das bisherige Riester-Sparen soll dann durch das flexiblere Altersvorsorgedepot abgelöst werden. S&P Global Ratings erwartet, dass die Reform Schwung in den deutschen Finanzdienstleistungsmarkt bringt, schreibt das Analysehaus in einer Studie.

Nach einer Einführungsphase von 12 bis 24 Monaten könnten jährlich netto 26 bis 56 Milliarden Euro in die Altersvorsorgedepots fließen. Zur Einordnung: In die Riester-Produkte sind 2024 nach vorläufiger Auswertung des Bundesfinanzministeriums nur noch 8,4 Milliarden Euro Beiträge inklusive Zulagen geflossen.

Dominanz der Versicherer wackelt

Die Schätzungen von S&P Global Ratings basieren auf durchschnittlichen Beiträgen, die ausreichen, um den maximalen staatlichen Zuschuss zu erhalten, sowie auf einer Beteiligungsquote von 35 bis 60 Prozent der anspruchsberechtigten Begünstigten.

Als Nutznießer der Reform sieht die Studie insbesondere Finanzinstitute mit Asset-Management- und Investment-Produkten. Auch Versicherer werden von einer höheren Penetrationsrate profitieren. Ihre klare Dominanz, die sie im Riester-Geschäft haben, dürfte jedoch schrumpfen, und sie müssen sich einem stärkeren Wettbewerb durch Banken, Asset Manager und Neobroker stellen.

„Darüber hinaus könnte die Ausrichtung der Reform auf Kostendämpfung die Versicherer zwingen, ihre Kostenstrukturen zu überdenken und ihre Produkte neu zu gestalten, einschließlich der Anreize, die sie den Vertriebspartnern bieten“, heißt es in der Studie. Kurz gesagt: Die Kosten müssen runter.

Hoher Riester-Bestand der Versicherer ist vorteilhaft

S&G Global Ratings sieht aber auch Vorteile der Lebensversicherer durch Alleinstellungsmerkmale. Sie können garantierte Kapitalrückzahlungen und eine vollständige Absicherung gegen Langlebigkeitsrisiken bieten. Zudem dürfte die Reform das öffentliche Bewusstsein für die Rentenlücke schärfen. Für Versicherer ergeben sich so Cross-Selling-Chancen ergänzender Produkte.

Als vorteilhaft wertet die Studie auch den hohen Anteil der Versicherungsbranche an bestehenden Riester-Produkten. Das biete einen starken Ansatzpunkt für Cross- und Upselling. Insbesondere Versicherer mit starker Produktinnovation, soliden Vertriebskapazitäten und engen Verbindungen zur Vermögensverwaltung seien gut positioniert, um von der Reform zu profitieren.

Mehr zum Thema

Das sieht die neue Altersvorsorgereform vor

Wenn im Skat nur ein paar Pünktchen zum Sieg fehlen oder um aus dem Schneider…

Das Vorsorgedepot kommt – was Makler jetzt wissen müssen

Ab dem 1. Januar 2027 gilt in Deutschland ein neues System für die geförderte private…

DIA schießt gegen Verivox-Rechnung

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) zeigt sich mit einer Rechnung des Vergleichsportals Verivox überhaupt…

Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert