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Im Werben um Fachkräfte locken Unternehmen mit betrieblichen Konzepten für Altersvorsorge, Krankenversicherung, Arbeitskraftabsicherung und auch Pflegeversicherung. Das hat auch erhebliches Potenzial für Vermittler, wie wir im eMagazin berichten.
Jetzt ist es Gewissheit: Die Reform der Altersvorsorge kommt, so wie die Koalition sie geplant hat. Auch der Bundesrat hat ihr zugestimmt. Die Meinungen zum Gesetz sind gespalten. Die meisten Wortmeldungen begrüßen die zukünftige Berücksichtigung Selbstständiger bei der Förderung sowie die Einführung der Kapitaldeckung.
Nicht alle mögen die Vergütung für die Beratung, die den einen zu hoch und den anderen zu niedrig ist. Und die wenigsten freuen sich über die Konkurrenz durch das staatliche Online-Standarddepot ohne Beratung. Denn es steht zu erwarten, dass die Käufer dieses Produkts in Zeiten von Bärenmärkten eben doch in Panik bei ihren Beratern aufschlagen.
Aber: Spätestens nach dem Beschluss des Bundesrates ist unausweichlich, dass die Dinge jetzt eben genau wie angerissen ihren Lauf nehmen. Deshalb lohnt es wenig zu lamentieren oder zu schimpfen. Zielführender ist zu überlegen, wie man das Beste aus der gegebenen Situation machen kann. Und da gibt es schöne Möglichkeiten.
Gut ist doch auf jeden Fall, dass durch die wochenlange Diskussion über das Gesetz der Fokus der Menschen mal wieder verstärkt auf Vorsorgethemen gelenkt worden ist. Gut ist auch, dass bis zur Marktreife der neuen Produkte noch ein paar Monate Zeit vergehen werden. Diese Umstände bieten sinnvollen Anlass und gute Möglichkeit, auf Kunden zuzugehen.
#1 Bei aller Wichtigkeit der Altersvorsorge: Gibt es noch offene Themen, die vor der AV geregelt sein sollten: Absicherung bei Krankheit und Pflege, Arbeitskraftverlust, Todesfall? Ohne diesbezügliche Vorsorge steht auch das Sparen für das Alter auf wackeligen Füßen. Bei der glaubwürdigen und überzeugenden Priorisierung der Finanzthemen hilft übrigens verlässlich eine Analyse nach der DIN 77230. Sie stellt existenzbedrohliche allgegenwärtige Risiken vor zukünftige Risiken.
#2 Wie viel Altersvorsorge kann ich mir heute leisten? Was sind meine langfristigen Ziele und was ist – über den einmaligen Aufschlag hinaus – mein langfristiger Plan in Sachen Altersvorsorge?
Kundinnen und Kunden anzubieten, dass sie diese Überlegungen in aller Ruhe, mit entspanntem Vorlauf und kompetenter Unterstützung anstellen und abwägen, ist ein Ausdruck von Aufmerksamkeit und Verantwortung, die sie sicher gerne annehmen werden.
Dass man durch das Schließen der ein oder anderen bedrohlichen Lücke zusätzliche Vergütung verdienen kann, hat alle Berechtigung. Wer selber zweifelt oder die Konfrontation mit Kundenzweifeln befürchtet, halte sich einfach an die genannte Norm: Die ist über jeden Zweifel erhaben.
Klaus Möller ist Vorstand des Defino Instituts für Finanznorm.
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