Kommentar

Folge der AV-Reform: 2026 ist das Jahr der Finanzanalyse

Die Reform der Altersvorsorge ist beschlossen. Für Vermittler bietet die neue Lage vor allem eines: Die Chance, jetzt aktiv auf Kunden zuzugehen und Vorsorge ganzheitlich neu zu denken, schreibt Klaus Möller, Vorstand des Defino Instituts für Finanznorm, in seinem Kommentar.
Klaus Möller, Vorstand beim Defino Institut für Finanznorm
© Defino
Klaus Möller ist Vorstand des Defino Instituts für Finanznorm.

Jetzt ist es Gewissheit: Die Reform der Altersvorsorge kommt, so wie die Koalition sie geplant hat. Auch der Bundesrat hat ihr zugestimmt. Die Meinungen zum Gesetz sind gespalten. Die meisten Wortmeldungen begrüßen die zukünftige Berücksichtigung Selbstständiger bei der Förderung sowie die Einführung der Kapitaldeckung.

Nicht alle mögen die Vergütung für die Beratung, die den einen zu hoch und den anderen zu niedrig ist. Und die wenigsten freuen sich über die Konkurrenz durch das staatliche Online-Standarddepot ohne Beratung. Denn es steht zu erwarten, dass die Käufer dieses Produkts in Zeiten von Bärenmärkten eben doch in Panik bei ihren Beratern aufschlagen.

Jetzt das Beste aus der Situation machen

Aber: Spätestens nach dem Beschluss des Bundesrates ist unausweichlich, dass die Dinge jetzt eben genau wie angerissen ihren Lauf nehmen. Deshalb lohnt es wenig zu lamentieren oder zu schimpfen. Zielführender ist zu überlegen, wie man das Beste aus der gegebenen Situation machen kann. Und da gibt es schöne Möglichkeiten.

Gut ist doch auf jeden Fall, dass durch die wochenlange Diskussion über das Gesetz der Fokus der Menschen mal wieder verstärkt auf Vorsorgethemen gelenkt worden ist. Gut ist auch, dass bis zur Marktreife der neuen Produkte noch ein paar Monate Zeit vergehen werden. Diese Umstände bieten sinnvollen Anlass und gute Möglichkeit, auf Kunden zuzugehen.

Das sollten Sie jetzt mit Kunden klären:

#1 Bei aller Wichtigkeit der Altersvorsorge: Gibt es noch offene Themen, die vor der AV geregelt sein sollten: Absicherung bei Krankheit und Pflege, Arbeitskraftverlust, Todesfall? Ohne diesbezügliche Vorsorge steht auch das Sparen für das Alter auf wackeligen Füßen. Bei der glaubwürdigen und überzeugenden Priorisierung der Finanzthemen hilft übrigens verlässlich eine Analyse nach der DIN 77230. Sie stellt existenzbedrohliche allgegenwärtige Risiken vor zukünftige Risiken.

#2 Wie viel Altersvorsorge kann ich mir heute leisten? Was sind meine langfristigen Ziele und was ist – über den einmaligen Aufschlag hinaus – mein langfristiger Plan in Sachen Altersvorsorge?

Kundinnen und Kunden anzubieten, dass sie diese Überlegungen in aller Ruhe, mit entspanntem Vorlauf und kompetenter Unterstützung anstellen und abwägen, ist ein Ausdruck von Aufmerksamkeit und Verantwortung, die sie sicher gerne annehmen werden.

Dass man durch das Schließen der ein oder anderen bedrohlichen Lücke zusätzliche Vergütung verdienen kann, hat alle Berechtigung. Wer selber zweifelt oder die Konfrontation mit Kundenzweifeln befürchtet, halte sich einfach an die genannte Norm: Die ist über jeden Zweifel erhaben.

Über den Autor

Klaus Möller ist Vorstand des Defino Instituts für Finanznorm.

Mehr zum Thema

Bundesrat winkt Altersvorsorgereform durch

Das Altersvorsorgereformgesetz hat nun auch den Bundesrat passiert – ohne Änderungen am Konzept. Damit kann…

Altersvorsorgedepot: Branche erwartet jährliche Zuflüsse in Milliardenhöhe

Wenn diesmal alles glatt läuft, soll die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge 2027 in Kraft…

Das Vorsorgedepot kommt – was Makler jetzt wissen müssen

Ab dem 1. Januar 2027 gilt in Deutschland ein neues System für die geförderte private…

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert