Zahl der Schäden steigt um 29 Prozent

Versicherer zahlen so viel für Blitze wie nie zuvor

Das gewitterreiche Jahr 2023 lässt seine Blitze auch in die Schadenbilanz der Versicherungsbranche einschlagen. Sowohl Zahl der Schäden als auch Gesamtsumme zogen kräftig an. Was aber nicht nur an den Gewittern selbst liegt.
Blitze über Baden-Württemberg: Schadenhöhe im Jahr 2023 auf Rekordniveau
© picture alliance / onw-images | Alexander Wolf
Blitze über Baden-Württemberg: Schadenhöhe im Jahr 2023 auf Rekordniveau

Noch nie zuvor mussten Versicherer so viel Geld für Schäden durch Blitze bezahlen wie im vergangenen Jahr. Mit 1.460 Euro je Schaden durch Blitzeinschläge und Überspannung lag der Schadendurchschnitt so hoch wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1988.

Insgesamt hätten die Entschädigungen durch Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen für Blitzschäden 2023 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht, berichtet der Branchenverband GDV. „Die Versicherer leisteten insgesamt rund 330 Millionen Euro für 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden“, sagt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach.

Vor allem der Unterschied zu 2022 ist deutlich. So legte die Schadensumme von 250 Millionen Euro um 80 Millionen Euro zu, also um fast ein Drittel. Die Zahl der Schäden stieg von 170.000 um 29 Prozent. Die durchschnittliche Schadenhöhe blieb hingegen recht ähnlich – sie stieg um 3 Prozent.

Jährliche Gesamtschäden durch Blitze und Überspannung in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung (Quelle: GDV)
Jährliche Gesamtschäden durch Blitze und Überspannung in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung (Quelle: GDV)

„Der Grund für den hohen Schadendurchschnitt ist, dass die Gebäude und Häuser technisch immer besser ausgestattet sind“, sagt Käfer-Rohrbach. Als typische Blitzschäden bezeichnet der GDV nämlich zerstörte Dachflächen sowie Überspannungsschäden, wie verschmorte Steckdosen, defekte Computer oder Telefonanlagen, aber auch Schäden an der Haustechnik, wie etwa an der Heizungssteuerung oder der Heizungsanlage.

Die meisten Blitze gibt es von Juni bis August

Insgesamt wurden im Jahr 2023 nach Angaben von VDS Schadenverhütung und dem Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE) in Deutschland rund 195.000 Blitze registriert. Die Gefahr eines Blitzeinschlages ist demnach im August am größten. Mit rund 64.000 wurden in diesem Monat die meisten Blitze gezählt. Im Oktober wurden mit 235 hingegen die wenigsten Blitze gezählt.

Wie Blitzschäden versichert sind

Und welche Versicherung zahlt? Wenn der Blitz einschlägt und etwas zerstört, übernimmt die Wohngebäudeversicherung Schäden an Dach, Mauerwerk oder Überspannungsschäden an fest eingebauten elektrischen Installationen wie zum Beispiel der Heizungssteuerung. Gedeckt sind auch Aufräumarbeiten und die Sicherung des Grundstücks.

Schäden an beweglichen Gegenständen in Wohnung oder Haus zahlt die Hausratversicherung. Dazu zählen etwa Computer, Fernseher oder andere technische Geräte. Äußerer und innerer technischer Blitz- und Überspannungsschutz kann Schäden weitgehend verhindern.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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