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Union Investment ist eine der wenigen Fondsgesellschaften, die einen zählbaren Vertragsbestand in der Riester-Rente aufbauen konnten. Dementsprechend schnell konnte sie reagieren, als es um die neue staatlich geförderte private Altersvorsorge geht. Jetzt lässt sie Details heraus, wie die Produkte aussehen sollen.
Das gesetzlich vorgeschriebene Standardprodukt will sie mit aktiven ETFs bestücken (mehr zu dieser Produktgattung lesen Sie hier). Dafür will sie mit der hauseigenen Tochtergesellschaft Quoniam einen globalen Aktien-ETF und einen Renten-ETF auf Euro-Basis auflegen. Zunächst soll das Geld dort komplett in den Aktien-ETF fließen. Fünf Jahre vor Rentenbeginn schichtet Union Investment die Hälfte des Geldes in den Renten-ETF um und sichert es somit ab. Und drei weitere Jahre später sinkt die Aktienquote auf 30 Prozent. Das bleibt so, bis die Auszahlphase endet. Es sei denn, der Sparer bestimmt etwas anderes.
Die anderen Produkte unter der Marke „Univorsorge“ sollen herkömmliche, aktiv gemanagte Investmentfonds aus dem eigenen Haus enthalten. Zwei Arten sind geplant: eine mit 100 Prozent Garantie auf die eingezahlten Beiträge zum Ansparende und eine ohne Garantie.
Ausgabeaufschläge sollen bei keinem der Produkte fällig werden. Weitere Details zu Fonds und deren Konditionen will die Fondsgesellschaft im Herbst 2026 bekanntgeben.
Grobe Leitplanken gibt es aber schon: So soll sich der aktive Aktienfonds in der Variante ohne Garantie am Aktienindex MSCI All Countries World orientieren. Damit steht fest, dass nicht nur Aktien aus Industrie-, sondern auch Schwellenländern enthalten sind. Allerdings können die Fondsmanager vom Index zum Teil deutlich abweichen, um höhere Renditen zu erreichen.
Gegen Ende der Ansparphase beginnt die Fondsgesellschaft, das Vermögen abzusichern. Dazu schichtet sie es im Rahmen eines sogenannten Ablaufmanagements aus Aktienfonds hinüber in europäische Anleihefonds (Rentenfonds).
Und das Garantieprodukt? „Aus der Marktforschung wissen wir, dass für viele Anleger Sicherheit wichtig ist und sie sich eine 100-Prozent-Garantie wünschen“, sagt Jochen Wiesbach, Geschäftsführer bei Union Investment. Wie beim bisherigen Riester-Produkt „Uniprofirente Select“ soll das Geld so lange wie möglich im Aktienfonds bleiben. Sollten die Aktienmärkte allerdings fallen, schichtet Union Investment schrittweise in Rentenfonds um.
Das Modell nennt sich Constant Proportion Portfolio Insurance (CPPI) und sichert zweifellos das Geld. Es hat aber den Nachteil, dass es komplett zyklisch arbeitet. Es verkauft also bei Kursverlusten und kauft bei steigenden Kursen hinzu. Im Extremfall kann angespartes Geld nach einem Aktiencrash in Rentenfonds festliegen (Cash-Lock), weil kein Risikobudget mehr vorhanden ist.
Die Fondsgesellschaft hat nun fünf Möglichkeiten ermittelt, was Riester-Sparer mit ihren bestehenden Verträgen anstellen können:
Wobei jede Variante für jeden Sparer unterschiedlich interessant sein kann. Weshalb Wiesbach empfiehlt, alles mit einem Berater zu besprechen und dann zu entscheiden.
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Ein Kommentar
Wenn sehr viele bisherige Riestersparer sich gegen die lebenslange Rente entscheiden, um in Auszahlplänen zu wechseln und dort deutlich höhere Einkünfte bis Alter 85 zu bekommen, bleiben die übrigen Riesterrentner unter sich.
Das bedeutet eine Selektionswirkung bei verbleibenden Riesterrentnern hin zu denen mit besonders langer Lebenserwartung. Wenn Männer mit ohnehin im Mittel geringerer Lebenserwartung gegenüber Frauen vermehrt in Auszahlpläne wechseln, verstärkt sich der Effekt.
Auch bisher schon stellen die Aktuare bei nicht geförderten Privatrenten fest, dass sich hier Versicherte mit gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt deutlich höherer Lebenserwartung sammeln, weil andere sich gar nicht erst versichern oder z.B. die Kapitalabfindung wählen. Daher müssen sie die erwartete sogenannte „Selektionswirkung“ einrechnen und so mit weit höherer Lebenserwartung kalkulieren, was zu entsprechend geringen Renten führt.
Ob die Kalkulation der Riesterrenten dann noch reicht, müsste geprüft werden. Jedenfalls aber müssen dann die Risikoüberschüsse in Riesterrenten sinken, was diese nochmals unattraktiver machen wird. So dass dadurch vielleicht noch mehr in Auszahlpläne wechseln.