Die Mehrheit deutscher Rentner hat Sorge, in die Altersarmut abzurutschen. Das zeigt die diesjährige repräsentative HDI Rentner-Studie 2025. Das Marktforschungsinstitut Yougov führte die Umfrage mit 1.094 Personen im Ruhestand zwischen 63 und 70 Jahren in Deutschland durch.
57 Prozent der Befragten äußern zumindest teilweise große Angst vor Altersarmut. Knapp ein Drittel (32 Prozent) stimmt dem voll und ganz oder eher zu; weitere 25 Prozent teilweise.
Besonders dramatisch ist die Situation bei Personen, die ausschließlich auf die gesetzliche Rente gesetzt haben: In dieser Gruppe steigt die Sorge vor Altersarmut auf zwei Drittel (66 Prozent): 39 Prozent stimmen voll oder eher zu und 27 Prozent teilweise. Dieser Wert liegt deutlich über dem Gesamtdurchschnitt.
Rentner mit zusätzlicher privater Rente fühlen sich im Ruhestand deutlich sicherer. In dieser Gruppe liegt der Anteil derjenigen, die sich vor Altersarmut fürchten, nur bei 36 Prozent (25 Prozent ganz oder eher und 11 Prozent teilweise).
Als private Vorsorge nutzten die Befragten vor allem:
„Dass die Sorge vor Altersarmut bereits bei der heutigen Rentnergeneration so stark ausgeprägt ist, bestätigt unsere Wahrnehmung der kritischen Situation der Altersvorsorge in Deutschland“, sagt Holm Diez, Mitglied des Vorstands von HDI Deutschland, verantwortlich für das Ressort Leben & Bancassurance.
Die Wohnsituation der Befragten ist ein entscheidender Faktor für das Armutsrisiko und unterscheidet sich zwischen den Befragten stark:
Besonders kritisch: 71 Prozent der Mieter haben sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. Sie besitzen keine zusätzliche Vorsorge. Im Gesamtdurchschnitt betrifft das 63 Prozent der Befragten.
Ohne zusätzliche private Vorsorge hat sich der Lebensalltag der meisten Rentner spürbar verändert. Die durchschnittliche monatliche Rente der Befragten liegt zwischen 1.201 und 1.500 Euro. Deshalb müssen sie ihre Ausgaben genau abwägen – insbesondere Mieter, deren Warmmiete durchschnittlich bei gut 770 Euro liegt.
Wovor sich die Rentner weiterhin fürchten und wie viele zuvor in Vollzeit gearbeitet haben, lesen Sie auf der zweiten Seite.
Nur 24 Prozent der Rentner geben an, ihren früheren Lebensstandard halten zu können – unter Mietern sind es sogar nur 17 Prozent. Lediglich ein Drittel der Befragten konnte die Miete nach Renteneintritt problemlos weiterbezahlen. 12 Prozent mussten deswegen umziehen.
Auch ehemalige Eigentümer sind betroffen: Rund 29 Prozent der heutigen Mieter waren früher Haus- oder Wohnungsbesitzer – 17 Prozent von ihnen mussten verkaufen oder ausziehen, weil ihre Rente nicht ausreichte.
Auffällig: 80 Prozent der Befragten waren in ihrem Erwerbsleben überwiegend in Vollzeit tätig – bei Männern sogar 95 Prozent, bei Frauen hingegen nur 65 Prozent. Dennoch reicht bei vielen die Rente nicht, um ein sorgenfreies Leben im Ruhestand zu führen.
„Altersarmut ist kein Ausnahmefall mehr. Sie trifft die Mitte unserer Gesellschaft“, ordnet Fabian von Löbbecke, Vorstand der HDI Lebensversicherung und verantwortlich für den Bereich Neugeschäft Leben und betriebliche Altersversorgung, die Studienergebnisse ein.
8 Prozent der Befragten arbeiteten länger als geplant. Weitere 26 Prozent der Rentner hätten gerne weitergearbeitet, vor allem aus finanziellen Gründen – aber auch aus Freude an der Tätigkeit. Allerdings gaben 40 Prozent derjenigen, die nicht länger arbeiteten, an, dass ihre Gesundheit dies nicht zugelassen hätte.
Die Sorge vor Pflegebedürftigkeit ist unter Rentnern weit verbreitet: Knapp die Hälfte (49 Prozent) fürchtet, in Zukunft zum Pflegefall zu werden – obwohl 60 Prozent bislang keine entsprechende Vorsorge getroffen haben.
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