Das deutsche Rentensystem ist im internationalen Vergleich nur Mittelmaß. Deutschland erreicht erneut die Note B und damit eine „gute, aber verbesserungswürdige“ Bewertung. Zu diesem Ergebnis kommen die Berater von Mercer und die Experten des CFA-Institute bei ihrem diesjährigen Global-Pension-Index.
Sie bewerteten 52 Rentensysteme weltweit anhand von 50 Indikatoren in drei Bereichen: Angemessenheit (40 Prozent), Nachhaltigkeit (35 Prozent) und Integrität (25 Prozent). Im Schnitt erreichen die Länder einen Score von 64,5 Punkten – Deutschland liegt mit 67,8 von 100 möglichen Punkten leicht darüber, bleibt aber deutlich hinter den Top-Platzierten zurück.
Deutschland: Solide Struktur, aber Nachholbedarf bei der Finanzierung
Deutschland konnte sich in der Gesamtbewertung damit zwar gegenüber dem Vorjahr (67,3 Punkte) minimal verbessern, liegt mit dem 22. Platz (Vorjahr Rang 20) aber weiterhin nur im Mittelfeld.
Die Sub-Indizes zeigen ein gemischtes Bild
| Bereich | Score | Bewertung |
| Angemessenheit | 81,0 | Sehr gut |
| Nachhaltigkeit | 47,5 | Schwach |
| Integrität | 75,0 | Gut |
Obwohl das deutsche Rentensystem mit Rang 10 (Vorjahr Rang 9) in der Subkategorie „Angemessenheit“ zur Spitzengruppe zählt, stellen sich die Mercer-Tester vor allem die Frage, wie Deutschland sein Rentensystem langfristig finanzieren will. Die Note „D“ in der Unterkategorie „Nachhaltigkeit“ weist auf Risiken und/oder Mängel in der Rentenversorgung hin. Hier belegt Deutschland nur Rang 37 im internationalen Vergleich.
In der Sub-Kategorie „Integrität“ belegt die staatliche deutsche Altersversorgung den 30. Rang. Regulierung, Governance und Kommunikation des deutschen Rentensystems bewerten die Experten von Mercer als gut (75,0 Punkte).
„Deutschland steht vor der großen Aufgabe, sein Rentensystem widerstandsfähiger gegenüber dem demografischen Wandel zu machen“, ordnet Michael Sauler, Leiter Wealth bei Mercer Deutschland, ein. „Eine höhere Mindestrente für Geringverdienende, mehr kapitalgedeckte Vorsorgebeiträge und eine
breitere Einbindung der Beschäftigten in betriebliche Altersvorsorgeprogramme stellen Möglichkeiten dar, die Rentenversorgung in Deutschland zukunftssicher aufzustellen.“
Andere Länder schneiden in der Mercer-Studie wesentlich besser ab. Warum die Rentensysteme der Niederlande, Islands und Singapurs auf den ersten drei Plätzen gelandet sind, lesen Sie auf der folgenden Seite.
Niederlande – das Maß aller Dinge
Die Niederlande belegen in der Analyse erneut Platz 1. Der niederländische Indexwert stieg leicht von 84,8 im Jahr 2024 auf 85,4 im Jahr 2025. Das liegt unter anderem am Teilindex „Nachhaltigkeit”. Das niederländische Rentensystem beinhaltet eine pauschale staatliche Rente und quasi-obligatorische einkommensabhängige betriebliche Altersversorgungssysteme, die an Tarifverträge gekoppelt sind.
Zu den Erfolgsfaktoren des niederländischen Rentensystems gehören:
- ein hoher Deckungsgrad durch Arbeitgeberpflichtbeiträge
- strenge Governance und regulatorische Aufsicht
- starke Rolle der betrieblichen Altersversorgung
- breite Diversifizierung der Kapitalanlagen
Island – Modell für Balance und Nachhaltigkeit
Der Indexwert für Island stieg leicht von 83,4 im Jahr 2024 auf 84,0 im Jahr 2025. Das ist vor allem auf aktualisierte Daten zum Wirtschaftswachstum zurückzuführen, die vom IWF veröffentlicht wurden.
Das isländische Rentensystem umfasst:
- eine staatliche Grundrente und eine Rentenzulage (beide unterliegen einer bedarfsorientierten Prüfung nach unterschiedlichen Regeln),
- obligatorische betriebliche Rentenversicherungen mit Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern
- sowie freiwillige private Rentenversicherungen mit Beiträgen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Singapur – Aufsteiger mit digitalem System
Eine der Überraschungen der Studie 2025 ist Singapur: Mit 80,8 Punkten erreicht das Land erstmals die A-Note und beweist aus Sicht der Mercer-Analysten, dass ein modernes Rentensystem auch digitalisiert funktionieren kann. Das Renteneinkommenssystem Singapurs basiert auf dem sogenannten Central Provident Fund (CPF), der alle beschäftigten Singapurer und Personen mit ständigem Wohnsitz abdeckt.
Im Rahmen des CPF können Versicherte bestimmte Leistungen jederzeit für bestimmte Wohn- und Krankheitskosten in Anspruch nehmen, während andere Leistungen für den Ruhestand vorbehalten bleiben. Einen vorgeschriebenen Mindestbetrag müssen Versicherte im Rentenalter in Form einer lebenslangen Einkommensquelle über CPF Life beziehen, erklären die Mercer-Spezialisten.


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Gründe für eine klar bessere Altersversorgung für fast alle Bürger:
Die Niederlande, Österreich und die Schweiz schafften 2005 weitgehend die Beamtenprivilegien, wegen Unfinanzierbarkeit -Deutsche Städtehaushalte vor dem Kollaps,
ab.
Ein Drittel aller Beitragseinnahmen, sollte am besten kostensparend in einen Weltindex angelegt werden. Das sichert zumindest nach 30 Jahren die Renten, ohne Garantiekosten-die langfristig mit 3% die Rendite, neben anderen Kosten und Inflation, definitiv ruinieren.
Bei Umsetzung unserer Innovation für real höhere Renditen-nur mit allen 7 Erfolgsfaktoren, kann schon jetzt-Privat, oder gefördert über BAV etc. der Ertrag deutlich gesteigert werden. Versicherungsvorstände, die es jetzt umsetzen, helfen den Bürgern erstmals positive lebenslange adäquate Renten zu erzielen. Die Konkurrenz muss kopieren, danach weltweit geeignet die Sozialsysteme zu entlasten. Geringe Kosten-mindestens Absatzverdoppelung.
Interessant, dass das so oft gelobte Rentensystem in Österreich den mit Abstand schlechtesten Wert in Europa zugewiesen bekommt…