Falsche Zeit, falscher Ort?

Auch mit viel Pech lohnen sich Aktienanlagen

Was wäre eigentlich gewesen, wenn man immer kurz vorm Aktiencrash in den Aktienmarkt eingestiegen wäre? Die Investmentgesellschaft Vanguard malt den Teufel an die Wand und rechnet das Ergebnis aus. Nebenbei bemerkt: ein äußerst tröstliches Ergebnis.
Dax im Januar 2000 auf Rekordjagd: Was wäre, wenn man kurz vorm Crash gekauft hätte?
© picture-alliance / dpa | Katja Lenz
Dax im Januar 2000 auf Rekordjagd: Was wäre, wenn man kurz vorm Crash gekauft hätte?

Die auf Indexanlagen spezialisierte Fondsgesellschaft Vanguard will über eine Studie den Menschen die Angst vor Kursverlusten nehmen. Sie hat nämlich nachgerechnet, was gewesen wäre, wenn jemand immer zum schlechtesten Zeitpunkt Aktien gekauft hätte – also immer kurz vorm Crash.

Bevor wir zum tröstlichen Ergebnis kommen, zunächst die Annahmen für die Studie. Vanguard unterstellt ein globales Aktienportfolio, das den Index FTSE All-World abbildet. Der hat zwar ein enorm hohes Gewicht in US-Aktien (zurzeit über 57 Prozent), enthält aber immerhin auch die Schwellenländer. Im Gegensatz zum MSCI World.

Anschließend gingen die Studienautoren dahin, wo es wirklich wehtat. Sie teilten 45.000 Euro in sieben Beträge und steckten sie immer in den Markt, wenn es kurz darauf schepperte:

  • 2.500 Euro im September 1997
  • 2.500 Euro im Juli 1998
  • 10.000 Euro im Januar 2000

Zwischenstand im Oktober 2007: 19.034 Euro

  • 5.000 Euro im Oktober 2007
  • 10.000 Euro Ende 2019
  • 5.000 Euro im Dezember 2021
  • 10.000 Euro im Dezember 2024

Anschließend errechneten sie – ohne zwischenzeitliche Entnahmen – für Februar 2026 einen Portfoliowert von 155.580 Euro. Damit hätte sich das Geld mehr als verdreifacht. Und das, obwohl es nach jeder Einzahlung erstmal kräftig hinabrauschte.

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Natürlich gilt das Ergebnis nur vor Steuern, denn auf Gewinne wird Abgeltungsteuer fällig.

Die Studie kommt genau zur richtigen Zeit. Die Regierung bringt über die Altersvorsorgereform Sparpläne in Aktienfonds kräftig nach vorn. Und auch abseits davon interessieren sich Anleger zunehmend für Aktien. Die besten Ein- und Ausstiegspunkte lassen sich aber immer nur im Rückblick finden. Warum also nicht mal den Teufel an die Wand malen und zeigen: Es geht auch mit etwas Mut zur Lücke.

Auch Vanguard hat ein paar Erkenntnisse mitgeliefert, die wir hier wiedergeben:

Markthochs lassen sich nicht zuverlässig erkennen

Wer wegen neuer Höchststände verkauft oder mit dem Einstieg wartet, läuft Gefahr, weitere Kursgewinne zu verpassen.

Allzeithochs sind normal, nicht außergewöhnlich

Neue Höchststände treten häufiger auf, als viele Anleger vermuten – sie sind normaler Bestandteil funktionierender Kapitalmärkte.

Warum langfristiges Wachstum dennoch möglich war

Breites Wirtschaftswachstum, Produktivitätsfortschritte, Innovation und reinvestierte Dividenden haben historisch zu immer höheren Marktniveaus beigetragen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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