Die Reformvorschläge der Expertenkommission Gesundheit stoßen in Teilen auf große Zustimmung bei den Versicherten. Zwei Drittel der gesetzlich Versicherten halten zum Beispiel eine Erhöhung der Alkoholsteuer auf Spirituosen für sinnvoll.
Auch eine höhere Tabaksteuer (59 Prozent) und die Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke (52 Prozent) finden die Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich gut. Das geht aus einer Umfrage von Deloitte unter mehr als 900 gesetzlich Versicherten hervor.
System mehr auf Prävention ausrichten
„Das sind gute Nachrichten für ein Gesundheitssystem, das insgesamt mehr auf Prävention ausgerichtet werden muss“, sagt Gregor-Konstantin Elbel, verantwortlicher Partner für den Bereich der Kostenträger und gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei Deloitte. „Prävention wirkt jedoch vor allem langfristig. Um die Finanzlücke bei den Krankenkassen mittelfristig zu verringern, müssen vor allem die Leistungsausgaben nachhaltig reduziert werden.“
Die Erhöhung von Patientenzuzahlungen oder die Reduzierung von Zuschüssen beim Zahnersatz sind dagegen nach Ansicht von 84 beziehungsweise 80 Prozent wenig oder gar nicht sinnvoll, um die Krankenkassenbeiträge konstant zu halten.
11 Prozent wollen Zusatzversicherung abschließen
Auch die Bereitschaft, kostenpflichtige Zusatzversicherungen abzuschließen, hat sich bei einem Großteil der Befragten (51 Prozent) bislang nicht verändert. Offener für eine zusätzliche private Absicherung sind nach eigenen Angaben 17 Prozent; weitere 11 Prozent beabsichtigen, angesichts der Reformvorschläge vermehrt Zusatzversicherungen abzuschließen.
Dass die von der Expertenkommission vorgeschlagenen und von der Regierung in Teilen übernommenen Maßnahmen zu einer Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung führen, erwarten die wenigsten Versicherten (17 Prozent).
Die Mehrheit erwartet trotz Reform steigende Beiträge
Die große Mehrheit (77 Prozent) geht davon aus, dass sie kurzfristig mehr zahlen muss. Mittelfristig erwarten sogar 84 Prozent eine weitere Erhöhung der Beiträge, vielfach ohne dafür eine bessere Leistung zu erhalten: Fast jeder Zweite (45 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in den kommenden ein bis zwei Jahren.