Nach einigen anderen Interessenvertretern wollen nun auch die Aktuare Druck auf die Regierung ausüben. Anlass dafür ist der Plan in Berlin, eine Rentenkommission einzusetzen. Ein Schritt, den die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) ausdrücklich für gut befindet. Nun gehe es darum: keine Verzögerungen, keine Denkverbote – und kein bloßes Verwalten der aktuellen Lage.
Hintergrund ist die Demografie in Deutschland. Sie steuert seit Jahren dahin, dass es mehr Rentner und weniger Beitragszahler gibt. Das belastet das umlagefinanzierte Rentensystem. Gleichwohl hat auch die neue Regierung mit der Haltelinie von 48 Prozent eine Untergrenze für das Rentenniveau festgelegt. Die Mehrkosten soll laut Koalitionsvertrag der Steuerzahler schultern. Doch jetzt schon beträgt der jährliche Zuschuss über 100 Milliarden Euro.
Deshalb fordert die DAV-Vorsitzende Susanna Adelhardt: „Die Rentenkommission muss schnell eingesetzt werden. Es gilt, jetzt zu handeln, damit wir unseren Kindern auch beim Thema Alterssicherung noch in die Augen schauen können.“
Zudem übt sich die DAV in Hoffnung, dass die Rentenkommission nicht nur auf die Umlage schaut, sondern den Blickwinkel erweitert. Sie würde also zusätzlich die kapitalgedeckten Ansätze mit hinzunehmen: betriebliche Altersversorgung (bAV) und private Altersvorsorge.
Doch den Aktuaren schwant offenbar schlimmes. „Ohne konkrete und klare Zielvorgaben besteht die Gefahr, dass sich die Kommission auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt, der faktisch ein ‚weiter so‘ bedeutet und künftige Beitrags- und Steuerzahler in erheblichem Umfang belastet“, warnt Adelhardt und fordert: „Vorschläge für mutige und zugleich nachhaltige Reformen müssen auf den Tisch!“
Die Deutsche Aktuarvereinigung fordert deshalb drei Dinge und nennt den Katalog „Agenda 2035 für die Alterssicherung“. Die Jahreszahl rührt daher, dass alle geburtenstarken Jahrgänge, die Babyboomer, dann in Rente gegangen sind.
Hier die drei geforderten Punkte im Wortlaut:
Die DAV sieht ihre „Agenda 2035 für die Alterssicherung“ nicht nur als Ziel sondern als „Ausdruck gelebter Verantwortung und Solidarität zwischen den Generationen“.
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