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Wer im Finanzsektor über gefragtes Spezialwissen verfügt, kann auf ein ordentliches Gehalt hoffen. Für Leiter der Rechts- und Compliance-Abteilung (Head of Legal and Compliance) sind laut Gehaltsübersicht 2027 des Personaldienstleisters Robert Half bis zu 210.000 Euro brutto im Jahr drin. Ein Leiter des Risikomanagements (Head of Risk) kommt auf bis zu 190.000 Euro, ein Beauftragter für Informationssicherheit (Information Security Officer) auf bis zu 130.000 Euro. Und um begehrte Fachkräfte zu gewinnen, sind viele Arbeitgeber sogar bereit, ihre ursprünglich geplanten Gehaltsspannen zu überschreiten.
In Banken und Finanzdienstleistung trifft das auf 57 Prozent der befragten Personalverantwortlichen zu. Damit liegt der Sektor vor den anderen untersuchten Fachbereichen. Im kaufmännischen Bereich zahlen 50 Prozent der Arbeitgeber mehr als geplant, in der Informationstechnologie (IT) sind es 46 Prozent und im Finanz- und Rechnungswesen 43 Prozent.
Deutschlandweit liegt der Anteil bei 49 Prozent. Als wesentlichen Grund nennen 58 Prozent der Personalverantwortlichen spezialisierte Fähigkeiten.
Besonders lukrativ sind Führungspositionen in Compliance, Risikomanagement und interne Revision. Für einen Leiter der Rechts- und Compliance-Abteilung nennt Robert Half eine Gehaltsspanne von 140.000 bis 210.000 Euro jährlich. Ein Leiter der Compliance-Abteilung (Head of Compliance) kann mit 110.250 bis 180.500 Euro rechnen.
Auch abseits der obersten Führungsebene sind sechsstellige Gehälter möglich. Erfahrene Risikomanager (Senior Risk Manager) kommen auf 90.250 bis 135.000 Euro, Geldwäschebeauftragte auf 90.250 bis 130.000 Euro und erfahrene Compliance-Manager (Senior Compliance Manager) auf 90.000 bis 120.000 Euro.
Die Angaben beziehen sich auf prognostizierte Bruttojahresgrundgehälter für 2027 ohne Boni und Zusatzleistungen. Die genannten Spannen bilden das 25. bis 75. Gehaltsperzentil ab und sind keine absoluten Mindest- oder Höchstwerte.
Besonders gute Karten haben Fachkräfte, die regulatorisches Wissen mit digitalen Kompetenzen verbinden. Neben Kenntnissen zu den Mindestanforderungen ans Risikomanagement (MaRisk), den europäischen Finanzmarktvorschriften Mifid und Mifir sowie zur Geldwäscheprävention stehen vor allem Fähigkeiten im Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) hoch im Kurs.
45 Prozent der Personalverantwortlichen in Banken und Finanzdienstleistern geben an, für Fachkräfte mit Kenntnissen in generativer KI höhere Gehälter zu zahlen. Deutschlandweit sind es 39 Prozent.
„Bei KI geht es nicht nur darum, ein Tool bedienen zu können. Entscheidend ist, ob jemand KI sinnvoll im eigenen Fachgebiet einsetzen kann und die Ergebnisse richtig einordnet“, sagt Philipp Weingart, Geschäftsführer für strategische Großkunden (Managing Director Strategic Accounts) bei Robert Half Deutschland.
Die Nachfrage nach Spezialisten macht sich auch in den Gehaltsverhandlungen bemerkbar. 81 Prozent der befragten Führungskräfte im Finanzdienstleistungsbereich sind bereit, über das Grundgehalt zu verhandeln. 59 Prozent berichten, dass Beschäftigte aufgrund gefragter Kompetenzen häufig höhere Gehälter aushandeln.
Doch Geld allein entscheidet nicht über einen Jobwechsel. Bei vergleichbarem Grundgehalt nennen 52 Prozent der befragten Fachkräfte die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life-Balance) sowie flexible Arbeitsbedingungen als wichtige Wechselanreize. Finanzielle Zusatzleistungen folgen mit 50 Prozent, Altersvorsorge mit 42 Prozent.
Für die Gehaltsübersicht hat Robert Half unter anderem Personalvermittlungen und erwartete Marktentwicklungen für 2027 ausgewertet. Ergänzend wurden Personalverantwortliche und Beschäftigte in Deutschland befragt. Die Gehaltsdaten gelten für verschiedene Tätigkeiten im Finanzdienstleistungsbereich und sind nicht gesondert für Versicherungsunternehmen ausgewiesen.
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