Betriebsrente

Versicherer schlagen bAV-Basisprodukt für kleine Unternehmen vor

Die deutschen Versicherer haben sich Gedanken gemacht, wie man die Betriebsrente in kleineren Unternehmen voranbringen kann. Ergebnis: ein stark standardisiertes Basisprodukt mit Opt-out-Modell.
Friseurbetrieb: Der GDV hat ein bAV-Basisprodukt vorgeschlagen, das gerade in kleineren Unternehmen zum Einsatz kommen soll.
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Friseurbetrieb: Der GDV hat ein bAV-Basisprodukt vorgeschlagen, das gerade in kleineren Unternehmen zum Einsatz kommen soll.

Um die betriebliche Altersversorgung (bAV) besser in die (kleineren) Unternehmen zu bringen, schlagen die deutschen Versicherer ein einheitliches Basisprodukt vor, das denn etwa über eine Opt-out-Regel Einzug in die Belegschaften finden kann. Es ist als Direktversicherung konzipiert, baut auf bestehenden Systemen auf und soll weder tarifliche Lösungen noch weitergehende betriebliche Angebote ersetzen.

Im Mittelpunkt stehen folgende Punkte:

  • ein einfacher Zugang,
  • wenige klare Wahlmöglichkeiten,
  • ein transparenter Ansparprozess,
  • eine lebenslange Auszahlung im Rentenalter und
  • eine Kapitalgarantie in Höhe von 80 Prozent der eingezahlten Beiträge während der Ansparphase.

Wechselt ein Beschäftigter den Arbeitgeber, soll der Vertrag kostenfrei in ein neues Basisprodukt oder eine bestehende bAV-Lösung übertragen werden können. Administrative Aufgaben wie Beitragseinzug, Datenaustausch oder Versicherungsnehmerwechsel sollen über eine neu einzurichtende zentrale Clearingstelle der Versicherungswirtschaft laufen.

Arbeitgeber sollen dadurch von Komplexität und Haftung entlastet werden – die Branche will arbeitsrechtliche Restrisiken absichern beziehungsweise kollektiv abfedern, sodass Arbeitgeber beim Basisprodukt haftungsbefreit wären.

Hintergrund des Vorschlags ist eine Civey-Befragung im Auftrag des GDV unter 500 Personalern. Demnach sehen zwei Drittel der Unternehmen großen politischen Handlungsbedarf bei der bAV, obwohl knapp 68 Prozent bereits eine betriebliche Altersversorgung anbieten.

Als größte Hürden nennen die Befragten

  • die Arbeitgeberhaftung (42 Prozent),
  • hohen Aufwand (39 Prozent),
  • Rechtsunsicherheit (38 Prozent)
  • komplexe gesetzliche Regelungen (36 Prozent).

Am mangelnden Interesse der Beschäftigten liegt es laut Umfrage nicht: Nur gut elf Prozent der Unternehmen sehen darin ein Hemmnis.

„Für kleine Betriebe muss die Betriebsrente so einfach wie möglich werden“, sagt Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV. „Einfach den Beitrag zahlen, den Rest übernimmt der Standardprozess.“

Ein bAV-Basisprodukt entlaste Arbeitgeber von Komplexität und eröffne Beschäftigten einen einfachen Zugang zu zusätzlicher Altersvorsorge, gerade dort, wo es bislang kein Angebot gebe. Schumann: „Fast 60 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die bAV in den kommenden Jahren wichtiger wird. Gleichzeitig erreicht sie heute aber noch zu wenige Beschäftigte. Das muss sich ändern. Die betriebliche Altersversorgung ist der stärkste Hebel, um mehr Menschen zusätzlich fürs Alter abzusichern.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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