Continentale-Studie 2026

bAV vorn, bBU abgeschlagen: So steht es um die betriebliche Vorsorge

Nur rund die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland profitiert von betrieblicher Vorsorge – am häufigsten in Form der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Bei betrieblicher Kranken- und BU-Versicherung gibt es noch deutliches Potenzial.
Gestresste Mitarbeiterin: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung über den Betrieb ist hierzulande eher selten.
© Drazen Zigic/Magnific
Gestresste Mitarbeiterin: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung über den Betrieb ist hierzulande eher selten.

Die betriebliche Vorsorge in Deutschland ist ausbaubar. Nur etwa die Hälfte der Berufstätigen nutzt so ein Angebot. Am verbreitetsten ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit 37 Prozent. Der betriebliche Unfallschutz kommt auf 13 Prozent, die betriebliche Krankenversicherung (bKV) auf 11 Prozent. Das belegt die Continentale-Studie 2026 „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“.

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„Die aktuelle GKV-Reform dürfte der bKV zusätzlichen Rückenwind verleihen“, glaubt Jürgen Wörner, Vorstand Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst bei der Continentale Versicherung. „Höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, geringere Festzuschüsse beim Zahnersatz sowie Leistungskürzungen für gesetzlich Versicherte machen den Mehrwert der betrieblichen Gesundheitsvorsorge noch deutlicher.“

Betriebliche Arbeitskraftabsicherung ist selten

Bei betrieblichen Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit (bBU) könnten Betriebe ebenfalls noch nachlegen. Nur 8 Prozent der Berufstätigen sind hier abgesichert.

Eine weitere Erkenntnis der Umfrage: Etwa die Hälfte der Unternehmen sehen entweder keine betriebliche Vorsorge vor oder die Beschäftigten wissen nichts davon.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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Ein Kommentar

  1. Die Ergebnisse der Studie überraschen mich bei der bBU nur teilweise. Ja, die Verbreitung ist mit 8 Prozent nach wie vor gering. Daraus abzuleiten, dass Beschäftigte kein Interesse an einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsabsicherung haben, wäre allerdings aus meiner Sicht der falsche Schluss.

    In der Beratung erlebe ich regelmäßig das Gegenteil: Sobald Arbeitnehmende konkret auf das Thema Berufsunfähigkeit angesprochen werden und die Vorteile einer bBU verstehen, stößt das Angebot häufig auf großes Interesse. Der entscheidende Punkt ist dabei oft nicht der Beitrag, sondern der Zugang zum Versicherungsschutz.

    Gerade viele Mitarbeitende mit gesundheitlichen Vorerkrankungen hätten auf dem klassischen privaten Weg Schwierigkeiten, eine uneingeschränkte BU-Absicherung zu erhalten. Über betriebliche Lösungen mit vereinfachter oder verkürzter Gesundheitsprüfung wird für diese Menschen erstmals ein hochwertiger und vollwertiger Versicherungsschutz überhaupt möglich.

    Aus meiner Sicht liegt daher das Problem weniger in der Nachfrage als vielmehr in der fehlenden Verbreitung entsprechender Angebote durch Arbeitgeber. Wo die bBU aktiv eingeführt, verständlich kommuniziert und professionell begleitet wird, sind die Teilnahmequoten häufig deutlich höher als viele Marktbeobachter erwarten würden.

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