Studie zu Arbeitgeber-Benefits

bAV und bKV: Noch viel Potenzial im Mittelstand

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist bei mittelständischen Unternehmen angekommen. Allerdings noch lange nicht bei allen Mitarbeitenden, zeigt eine neue Studie der ALH Gruppe. Auch die betriebliche Krankenversicherung (bKV) hat noch Wachstumspotenzial.
Handwerker prüft Holz im Produktionsraum für bessere bAV- und bKV-Lösungen.
© Drazen Zigic/Freepik
Zimmermann bei der Arbeit: In vielen mittelständischen Unternehmen nutzen Mitarbeitende eine bAV noch nicht.

Nicht nur in großen Konzernen, auch in kleineren Unternehmen gehört die betriebliche Altersversorgung (bAV) zum Benefit-Angebot für die Belegschaft. Im Auftrag der ALH Gruppe wurden rund 200 Unternehmen mit 20 bis 500 Mitarbeitenden befragt, zwei Drittel davon haben weniger als 50 Mitarbeitende. 90 Prozent der Befragten haben eine bAV im Angebot, was nicht so sehr überrascht, schließlich haben Arbeitnehmer seit 2002 ein Anrecht auf eine bAV per Entgeltumwandlung.

Viele machen von diesem gesetzlichen Anspruch allerdings keinen Gebrauch. In rund 40 Prozent der befragten Unternehmen nutzt weniger als ein Viertel der Beschäftigten die Entgeltumwandlung. Gegenüber der Vorgänger-Umfrage aus dem Jahr 2024 ist das zwar eine Verbesserung, das Interesse wäre aber wahrscheinlich noch größer, wenn die Arbeitgeber sich stärker beteiligen würden.

Viele Arbeitgeber machen nur das Mindeste

Über die Hälfte der Unternehmen schießt nur den gesetzlichen Mindestanteil von 15 Prozent zu. Eine rein arbeitgeberfinanzierte bAV für alle Mitarbeitenden gibt es nur in jedem vierten befragten Unternehmen.

„Die betriebliche Altersversorgung wird häufig noch als Pflichtleistung verstanden und nicht als strategisches Instrument zur Mitarbeiterbindung genutzt“, kommentiert Jürgen Bierbaum, Vorstand der Alte Leipziger Lebensversicherung. „Gerade höhere Arbeitgeberzuschüsse könnten die Attraktivität deutlich steigern und die Verbreitung erhöhen.“

Direktversicherung dominiert, BUZ ausbaufähig

Der am stärksten genutzte Durchführungsweg ist die Direktversicherung (87 Prozent). Pensionskasse (34 Prozent), Direktzusage (30 Prozent), Unterstützungskasse (28 Prozent) und Pensionsfonds (23 Prozent) werden seltener gewählt.

Bislang bietet ein Drittel der Unternehmen im Rahmen der bAV die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) abzuschließen, kleinere Firmen eher als größere. Die Alte Leipziger sieht hier noch erhebliches Ausbaupotenzial.

bKV: Interesse stärker als Nutzung

Ebenfalls noch viel Potenzial bietet das vergleichsweise junge Segment der arbeitgeberfinanzierten bKV. „Die betriebliche Krankenversicherung befindet sich klar in einer Wachstumsphase“, erklärt Wiltrud Pekarek, Vorständin der Hallesche Krankenversicherung. „Das Interesse der Unternehmen ist deutlich größer als die aktuelle Verbreitung.“

Aktuell bietet gut ein Viertel der Unternehmen ihrer Belegschaft eine bKV an. Gleichzeitig halten bereits 40 Prozent diesen Benefit für wichtig.

Viele Arbeitgeber bezuschussen die bAV nur minimal. Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken. Quelle: ALH Gruppe

 

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