Teures Schadenjahr 2023

Schäden durch Naturgefahren um über 40 Prozent gestiegen

Der Versichererverband GDV hat Bilanz gezogen: 5,7 Milliarden Euro haben die deutschen KFZ- und Sachversicherer 2023 für durch Naturgefahren verursachte Schäden gezahlt. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr – und daran war nicht nur das Wetter schuld.
© picture alliance/dpa | Boris Roessler
Die Unwetter „Kay“ und „Lambert“ sorgten alleine im Juni 2023 für immense Schäden, etwa an Autos.

Die vorläufigen Schätzungen der deutschen Versicherer Ende 2023 waren zu gering: Der Anstieg von versicherten Schäden durch Naturgefahren fällt deutlich höher aus als erwartet. Statt der geschätzten 4,9 Milliarden Euro meldet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nun eine Schadensumme von 5,7 Milliarden Euro für 2023.

Das sind 1,7 Milliarden Euro mehr als 2022. „Grund dafür sind vor allem schwere und teure Hagelschäden an Kraftfahrzeugen, die mit 2 Milliarden Euro zu Buche schlugen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

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Immens gestiegene Ersatzteilpreise und hohe Werkstattlöhne trieben nach Angaben des GDV die Schadensumme im KFZ-Bereich nach oben. Der Schadendurchschnitt für Sturm- und Hagelschäden in der Kraftfahrtversicherung kletterte auf 4.100 Euro, der dritthöchste Wert nach 1984 (4.700 Euro) und 2021 (4.300 Euro).

Auf die Sachversicherung entfielen 3,7 Milliarden Euro, davon 2,7 Milliarden Euro verursacht durch Sturm und Hagel und eine Milliarde Euro durch weitere Naturgefahren, wie etwa Überschwemmungen infolge von Starkregen.

Hohe Schäden im Sommer

Die größten Schäden entstanden nicht etwa durch Herbst- und Winterstürme, vielmehr hatte es der Sommer in sich. Im August verursachten heftige Unwetter versicherte Schäden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro – also gut ein Viertel des Gesamtschadens. Die Sachversicherer waren mit 950 Millionen Euro und die Kraftfahrtversicherer mit 550 Millionen Euro betroffen.

Bereits im Juni hatten die Unwetter „Kay“ und „Lambert“ schwere Schäden in Höhe von 740 Millionen Euro angerichtet. Davon entfielen 390 Millionen Euro auf die Sachversicherung und die übrigen 350 Millionen Euro auf die Kraftfahrtversicherer.

Aus regionaler Sicht steht Bayern mit einer Schadensumme von über 2 Milliarden Euro an der Spitze. Der zweite Platz geht an Hessen mit 890 Millionen Euro.  „Die Alpenregion und die hessischen Mittelgebirge Taunus und Odenwald waren besonders häufig von Hagel betroffen“, erläutert Asmussen.

Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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Eine Antwort

  1. Ich denke es ist Zeit für eine Pflichtversicherung damit niemand mehr nach dem Staat rufen muss wenn mal wieder etwas passiert.

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