Frauen investieren seltener in Aktien, bevorzugen sicherheitsorientierte Anlageformen und machen sich häufiger Gedanken um ihre finanzielle Situation im Alter als Männer. Das zeigt die aktuelle Anlegerstudie der Barmenia-Gothaer Asset Management, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 2026 rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt hat.
Zwar ist der Anteil der Aktieninvestoren insgesamt gestiegen, doch das Wachstum verläuft ungleich: Während 2026 bereits 43 Prozent der Männer in Aktien investieren – gegenüber 35 Prozent im Vorjahr –, stieg der Anteil bei den Frauen lediglich von 23 auf 27 Prozent.
Klassische Sparprodukte wie Sparbücher und Sparkonten bleiben bei Frauen deutlich beliebter: 44 Prozent nutzen diese Anlageform, verglichen mit 36 Prozent der Männer.
Auch bei den Anlagezielen unterscheiden sich beide Gruppen merklich. Für 20 Prozent der Männer steht eine möglichst hohe Rendite an erster Stelle, bei den Frauen gilt das nur für 7 Prozent. Sicherheit hingegen ist für 52 Prozent der Frauen das wichtigste Kriterium, bei den Männern für 43 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied bei der Bereitschaft, Rendite gegen Garantien einzutauschen: 84 Prozent der Frauen würden ein Produkt mit garantiertem Auszahlungsbetrag bei niedrigerer Rendite bevorzugen – unter den Männern sind es 65 Prozent. „Sicherheit ist dabei nicht als Zurückhaltung zu verstehen, sondern als Ausdruck eines bewussten Umgangs mit finanzieller Verantwortung“, erklärt Anton Buchhart, Vorstand der Barmenia-Gothaer Asset Management.
Parallel dazu blicken Frauen sorgenvoller auf ihre finanzielle Absicherung im Alter. 59 Prozent befürchten, dass ihre Ersparnisse und Anlagen im Ruhestand nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Bei den Männern teilen 45 Prozent diese Sorge.
Die Befürchtungen haben einen realen Hintergrund: Laut Statistischem Bundesamt gilt in Deutschland jede fünfte Frau ab 65 als armutsgefährdet. Frauen erzielen im Erwerbsleben im Durchschnitt geringere Einkommen, arbeiten häufiger in Teilzeit, sind seltener in Führungspositionen vertreten und leisten häufiger unbezahlte Sorgearbeit. In der Summe führt das zu Alterseinkünften, die im Schnitt 24,2 Prozent unter denen von Männern liegen.
„Die Sorge vieler Frauen um ihre finanzielle Zukunft ist nachvollziehbar“, sagt Buchhart. „Gerade deshalb ist es wichtig, finanzielle Vorsorge frühzeitig und individuell anzugehen.“
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