Nach Kabinettsbeschluss

Versicherungsbranche hadert mit Rentenpaket II

Der Branchenverband GDV nutzt das vom Kabinett verabschiedete Rentenpaket II, um seine Standpunkte klarzumachen. Die enthalten einige Kritikpunkte zum Paket und viele Wünsche für die betriebliche und private Altersvorsorge.
Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) spricht zur Presse, nachdem das Bundeskabinett das Rentenpaket II beschlossen hat
© picture alliance / photothek.de | Lorenz Huter
Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) spricht zur Presse, nachdem das Bundeskabinett das Rentenpaket II beschlossen hat

Das Bundeskabinett hat das im März angekündigte Rentenpaket II beschlossen. Die Versicherungsbranche zeigt sich davon aber überhaupt nicht begeistert. So bemängelt man beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), dass das nun bis 2039 festgeschriebene Rentenniveau und die Mindesthöhe von 48 Prozent die jüngere Generation belastet (mehr zum Paket lesen Sie hier).

Ebenfalls skeptisch zeigt man sich gegenüber dem Generationenkapital. Das will der Staat als Portfolio mit Schwerpunkt auf Aktien aufbauen und über Schulden finanzieren. Zwar sei die Idee, künftige Rentenansprüche über Kapital zu decken, grundsätzlich sinnvoll, meinen auch die Versicherer. Ob das Generationenkapital dafür aber in seiner geplanten Form geeignet ist, müsse sich aber noch zeigen. Außerdem komme es zu spät, um den Renteneintritt der Babyboomer abzufangen.

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„In der betrieblichen oder privaten Altersvorsorge erwerben die Menschen individuelle Ansprüche. Beim Generationenkapital hingegen handelt es sich um einen überschaubaren schuldenfinanzierten Finanzzuschuss in den großen Topf der gesetzlichen Rentenversicherung“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Weshalb der GDV nun verstärkt auf eine Reform in seinen Paradedisziplinen drängt: Man müsse die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge, also die betriebliche und private Vorsorge gezielt stärken. Das System sei in die Jahre gekommen und zu kompliziert, so die – nicht ganz neuen – Vorwürfe des Verbands. Wie es weitergehen könnte, dazu hier einige Stichpunkte:

  • Private Altersvorsorge soll weiter freiwillig und privat bleiben
  • Höhere Renditechancen sollen genutzt werden
  • Die lebenslange, monatliche Rente soll Kern der Altersvorsorge bleiben
  • Mehr Menschen sollen die betriebliche Altersversorgung (bAV) nutzen
  • Dafür muss man die bAV „auch jenseits von Sozialpartnermodellen“ stärken
  • Betriebe sollen Beschäftigte künftig auch ohne Tarifvertrag automatisch in die Betriebsrente einbeziehen dürfen (Opt-out-Modelle)

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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