Geförderte private Altersvorsorge

Gemischtes Interesse am Altersvorsorgedepot

Es gibt mehr Skeptiker als Interessenten an geförderten Altersvorsorgedepots, die im kommenden Jahr an den Start gehen sollen. Das hat eine Umfrage der Postbank ergeben. Das liegt wohl auch daran, dass sich viele nach wie vor fremd auf den Kapitalmärkten fühlen.
Altersvorsorgedepot? Ja, schon, aber erst mal die Angst vor den Kapitalmärkten überwinden.
© Pressfoto/Magnific
Altersvorsorgedepot? Ja, schon, aber erst mal die Angst vor den Kapitalmärkten überwinden.

Ende März hat der Bundestag die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen, der Bundesrat hat im Mai zugestimmt. 2027 geht es los. Ein wichtiges Element der Reform ist die Einführung des Altersvorsorgedepots, in dem Sparer über Wertpapiere wie Investmentfonds. ETFs oder Eltifs ohne Garantien staatlich gefördert Vermögen für den Ruhestand aufbauen können.

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Yougov hat im Auftrag der Postbank Anfang April eine Umfrage zum Altersvorsorgedepot gestartet, deren Ergebnissen nun veröffentlicht wurden. In­ter­es­se an einem sol­chen Mo­dell ist demnach grund­sätz­lich vor­han­den. Mehr als jeder drit­te Er­werbs­tä­ti­ge (38 Pro­zent) kann sich vor­stel­len, ein Al­ters­vor­sor­ge­de­pot zu nut­zen.

Von den Befragten, die bereits für ihre Altersvorsorge in Wertpapiere investieren, ist das Interesse besonders hoch. Rund 60 Pro­zent von ihnen zie­hen ein sol­ches Depot in Be­tracht. Auch Jüngere zeigen ein überdurchschnittliches Interesse.

Fast jeder Zweite zurückhaltend

Die andere Seite der Betrachtung: 46 Prozent, also fast jeder zweite, halten es für unwahrscheinlich, dass sie ein Altersvorsorgedepot abschließen werden. 16 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“. „Ein Grund dafür ist die ver­brei­te­te Un­si­cher­heit im Um­gang mit Wert­pa­pie­ren“, sagt Mi­cha­el Ko­schatz­ki von der Postbank.

„Viele Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher tun sich schwer, Chan­cen und Ri­si­ken re­a­lis­tisch ein­zu­schät­zen – ins­be­son­de­re Wert­schwan­kun­gen und mög­li­che Ver­lus­te.“ Laut Postbank-Um­fra­ge kann knapp jeder Drit­te das Ver­lust­ri­si­ko von Wert­pa­pie­ren mit Blick auf die per­sön­li­chen Fi­nan­zen über­haupt nicht be­ur­tei­len.

Fester Auszahlbetrag bevorzugt

Die Um­fra­ge zeigt auch eine Prä­fe­renz vie­ler Men­schen für si­cher­heits­ori­en­tier­te Mo­del­le: 34 Pro­zent der Er­werbs­tä­ti­gen wür­den eine An­la­ge mit einem fes­ten Aus­zah­lungs­be­trag be­vor­zu­gen, wäh­rend sich rund 23 Pro­zent eher für eine chan­cen­ori­en­tier­te Lö­sung ent­schei­den wür­den. „Ob mehr Men­schen dafür ge­won­nen wer­den kön­nen, mit Wert­pa­pie­ren für ihr Alter vor­zu­sor­gen, wird auch davon ab­hän­gen, wie gut es ge­lingt, über Chan­cen und Ri­si­ken auf­zu­klä­ren und ihnen eine fun­dier­te Ent­schei­dungs­grund­la­ge zu bie­ten“, er­klärt Ko­schatz­ki.

Die nicht überzeugt werden können, müssen nicht verzagen. Sie haben trotzdem Möglichkeiten, privat gefördert vorzusorgen. Schließlich wird es auch Altersvorsorgeverträge mit Garantien geben.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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