Die große Skepsis

Mensch vs. KI: Was wollen deutsche Kunden?

Künstliche Intelligenz bahnt sich weiter ihren Weg in die Versicherungsbranche und in die Systeme. Doch wie finden das die Kunden? Yougov fragt nach.
Hilfe durch KI: Im täglichen Leben schon häufig, im Versicherungsgeschäft noch nicht allzu erwünscht
© picture alliance / FotoMedienService | Ulrich Zillmann
Hilfe durch KI: Im täglichen Leben schon häufig, im Versicherungsgeschäft noch nicht allzu erwünscht

Versicherer setzen auf künstliche Intelligenz (KI), um ihren Service zu verbessern und Lücken in der Personaldecke zu füllen. Manche melden schon beachtliche Erfolge darin, wie schnell sie Schäden nun bearbeiten.

Wie Kunden selbst das sehen, erfuhr nun das Marktforschungsinstitut Yougov. Dafür befragte es repräsentativ über 2.200 Menschen.

Das Ergebnis lässt sich problemlos als pro Mensch und contra KI lesen. Schnelle und automatische Bearbeitung durch KI bevorzugen nur 9 Prozent. Mehr als jeder zweite Befragte (54 Prozent) möchte generell von Menschen betreut werden. Beide Möglichkeiten je nach Anliegen fänden 31 Prozent okay.

Bemerkenswert ist hier, dass es kaum Altersgefälle gibt. Sogar die Befragten aus der Generation Z wünschen sich zu 47 Prozent menschliche Betreuung. Allerdings stehen hier immerhin 17 Prozent der KI aufgeschlossen gegenüber.

Damit stellt sich die Frage, warum die Befragten so sehr Mensch gegen Maschine bevorzugen. Hier durften die Befragten mehrere Argumente zugleich auswählen. Folgende liegen vorn:

  • 54 Prozent möchten Rückfragen stellen und sich individuell beraten lassen
  • 51 Prozent wollen feste Ansprechpartner bei wichtigen Entscheidungen
  • 44 Prozent vertrauen menschlichen Entscheidungen mehr als jenen durch KI

Und in welchen Fällen wäre es in Ordnung, wenn KI einspringt? Dafür gibt es einen klaren Favoriten: Für fast zwei Drittel (65 Prozent) darf sie Standard-Kundenanfragen beantworten. Immerhin.

  • 47 Prozent lassen sich Tarife berechnen und Angeboten erstellen
  • 37 Prozent lassen Dokumente prüfen
  • 34 Prozent finden es in Ordnung, wenn KI Schadensmeldungen aufnimmt und erfasst
  • Und jeder Dritte (33 Prozent) findet, dass KI nach Betrugsfällen suchen darf

Welch eher dünnen Ruf KI derzeit hat, zeigt eine weitere Frage. Demnach empfindet mehr als jeder Zweite Versicherer (51 Prozent) als wenig bis überhaupt nicht kundenorientiert, wenn sie KI einsetzen. Ebenfalls 50 Prozent vertrauen Versicherern kaum oder gar nicht, wenn sie KI nutzen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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