Markteintritt

Digitaler Assekuradeur Molentum startet in den Echtbetrieb

Der Assekuradeur Molentum ist im Oktober operativ gestartet. Erster Vertriebspartner ist die VFM-Gruppe, deren Makler schrittweise auf die Plattform für privates Kompositgeschäft freigeschaltet werden.
Zwei Männer im Büro bei digitaler Assekuradeur-Start.
© Molentum
Christian Bartsch und Stefan Liebig stehen hinter dem digitalen Assekuradeur Molentum.

Der digitale Assekuradeur Molentum hat Anfang Oktober den operativen Betrieb aufgenommen. Erster Vertriebspartner ist die VFM-Gruppe. Ihre Makler werden in einem kontrollierten Hochlauf schrittweise auf der Plattform freigeschaltet. Das Unternehmen ist auf das private Kompositgeschäft ausgerichtet und will Prozesse medienbruchfrei und ohne zusätzliche Datenerfassung abwickeln.

Hinter Molentum stehen Stefan Liebig als geschäftsführender Gesellschafter und Christian Bartsch als Technologie-Chef und Mitgesellschafter. Liebig war 20 Jahre für die VFM-Gruppe tätig. Später verantwortete der 48-Jährige als Vorstand der Haftpflichtkasse und als Geschäftsführer im Gothaer-Konzern den Maklervertrieb.

Bartsch (46) leitete zwei Jahrzehnte ein IT-Unternehmen mit den Schwerpunkten Cloud-Infrastruktur und Künstliche Intelligenz. Finanziert wird Molentum von der Familie Liebig und von branchenaffinen Privatinvestoren, darunter Stefan Eck, Co-Geschäftsführer von Engel & Völkers. Das Ende 2025 gegründete Unternehmen ist inhabergeführt und eigenkapitalfinanziert.

Integration in Keasy

Technische Grundlage ist die Anbindung an das von VFM entwickelte Maklerverwaltungsprogramm Keasy. Nach eigener Einschätzung ist Molentum damit derzeit der einzige Anbieter, der Geschäftsprozesse sowohl aus dem Verwaltungsprogramm als auch aus Sicht des Produktgebers durchgängig gestalten kann.

Makler arbeiten weiter in ihrer gewohnten Systemumgebung. Angebot und Antrag werden aus den vorhandenen Kundendaten erstellt. Vertragsdaten fließen strukturiert in die digitale Kundenakte zurück, manuelle Nacharbeit soll entfallen.

„Wir entwickeln für das private Kompositgeschäft ein eigenes Betriebssystem – aus der Praxis für die Praxis“, sagt Liebig. Der Makler erhalte einen Partner für den gesamten Lebenszyklus eines Vertrags, von der Produktentwicklung bis zur Schadenregulierung. „Erst diese Prozesshoheit ermöglicht eine durchgängige Automatisierung.“

Bartsch betont, Digitalisierung ende bislang meist an Systemgrenzen. Deshalb habe man die Prozesse von Beginn an durchgängig konzipiert. „Künstliche Intelligenz setzen wir dort ein, wo sie einen messbaren Nutzen bringt. Sie unterstützt die Prozesse, die Verantwortung bleibt klar geregelt.“

Besitzstands- und Marktgarantie

Auch die Produkte sollen schlanke Abläufe ermöglichen. Eine Besitzstands- und Marktgarantie sichert Kunden beim Wechsel ab und soll den Aufwand für Bedingungsvergleiche reduzieren. Das vereinfache die Beratung und erhöhe die Haftungssicherheit für den Makler. Risikoträger ist die Bayerische. Weitere Versicherer seien in Vorbereitung.

Molentum verweist darauf, dass das private Kompositgeschäft für viele Makler wegen des gestiegenen Verwaltungsaufwands an wirtschaftlicher Attraktivität verloren habe. Gleichzeitig sei es zentral für Kundenbindung und Stabilität des Maklerunternehmens. Diesen Widerspruch wolle man auflösen. Produkte, Antragsstrecken und Serviceabläufe haben Pilotmakler in den vergangenen Monaten mitentwickelt.

Bernd Lehmann, Versicherungsmakler und Sprecher des VFM-Beirats, hat Molentum in der Entwicklungsphase begleitet. „Wenn Angebot, Antrag und Bestandsgeschäft aus dem eigenen Verwaltungsprogramm heraus erfolgen, ohne Daten doppelt zu pflegen, gewinnen wir Zeit für die Beratung unserer Kunden“, sagt er.

Wenige Partner, enge Zusammenarbeit

Molentum arbeitet ausschließlich mit ausgewählten Vertriebsorganisationen, die eine technische Integration ermöglichen. Auf Wunsch laufen die Policen unter dem Label des jeweiligen Partners. Neben der VFM-Gruppe gehören die Scala Finanzgruppe und Fondskonzept zu den Partnern der ersten Stunde. Ihre Anbindung erfolgt schrittweise. Künftig will sich Molentum für weitere Vertriebsorganisationen öffnen, möchte aber wenige Partnerschaften intensiv gestalten, statt auf Breite zu setzen.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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