Nachfolge

Fast jeder zweite Bestandskäufer sucht kleine Bestände

Geht es um den Kauf von Maklerbeständen, sind eher kleinere gefragt. Fast jeder zweite Interessent sucht Bestände mit einem Budget bis 250.000 Euro. Das hat das Resultate Institut aus seiner Nachfolger- und Investorendatenbank ausgelesen.
Andreas Grimm ist Mitbegründer des Resultate Instituts.
© Oechsner
Andreas Grimm ist Mitbegründer des Resultate Instituts.

Maklerbestände zu kaufen, ist derzeit schwer angesagt. In der Nachfolger- und Investorendatenbank des Resultate Instituts haben Interessenten ein Investitionsbudget von mehr als 1,5 Milliarden Euro angemeldet.

Die Datenbank gibt es seit Sommer 2026. Dort können sich Personen und Unternehmen registrieren, die ein Maklerunternehmen oder einen Maklerbestand kaufen wollen.

Besonders kleine Bestände gefragt

Fast jeder zweite Interessent (49 Prozent) sucht Bestände mit einem Budget bis 250.000 Euro, vier von fünf bewegen sich bis eine Million Euro. Nur 5,6 Prozent geben ein Budget von über 10 Millionen Euro an.

„Wer einen typischen Maklerbestand abgeben möchte, muss nicht nach Private-Equity-Investoren oder einem finanzstarken Konzern als Käufer suchen“, sagt Andreas Grimm, Geschäftsführer und Mitbegründer des Resultate Instituts. „Die meisten Interessenten sind selbst Makler, die einen Bestand in überschaubarer Größe suchen. Für diese Bestände ist die Nachfrage am breitesten.“

Er schränkt allerdings ein, dass gerade Kleinbestände bei der Übertragung eine gewisse Herausforderung darstellen können, wenn es um die Fragen von Übertragbarkeit und Datenqualität geht.

Bestand oder ganze Gesellschaft?

Ob ein Makler seinen Bestand verkauft oder seine ganze Maklergesellschaft, spielt für die meisten Käufer ab einer gewissen Größe keine Rolle mehr. Ab einem Budget von 250.000 Euro sind mehr als neun von zehn Interessenten bereit, auch eine ganze Gesellschaft zu übernehmen. Bei Budgets bis 100.000 Euro ist es nur jeder vierte.

„Für Inhaber kleiner Gesellschaften kann es sich deshalb lohnen, vor dem Verkauf zu prüfen, ob der reine Bestandsverkauf der passendere Weg ist“, rät Thomas Öchsner, Gesellschafter und Geschäftsführer des Resultate Instituts.

Gesucht: Sach und Gewerbe

Bei den Sparten zeigt sich ein klares Bild. Am häufigsten gesucht werden:

  • Sachversicherungen (83,6 Prozent der Interessenten),
  • gewerbliche Versicherungen (66,6 Prozent),
  • Personenversicherungen (58,9 Prozent),
  • Krankenversicherungen (55,5 Prozent)
  • Altersvorsorge (52,9 Prozent).

Am häufigsten ausgeschlossen werden Kontokorrent (42,4 Prozent), alternative Investmentprodukte (36,0 Prozent), Vermögensverwaltung (31,2 Prozent), Industrieversicherungen (28,2 Prozent) und standardisierte Vermögensverwaltung (24,4 Prozent). Bei der Vermögensverwaltung schließen mehr Interessenten diese Sparte aus, als sie gezielt suchen.

Öchsner: „Ein Bestand, den viele Käufer ausschließen, ist nicht wertlos. Aber der Kreis der passenden Käufer ist kleiner, und das wirkt sich auf Preis und Dauer der Suche aus. Wer das früh berücksichtigt, kann seinen Verkauf entsprechend planen.“

Die Nachfrage ist regional ungleich verteilt

Gut jeder fünfte Interessent sucht bundesweit, die übrigen in bestimmten Regionen. Zusammengenommen interessieren sich für Bestände in den PLZ-Gebieten 5, 7, 8 und 9 jeweils 42 bis 43 Prozent der Käufer.

Im PLZ-Gebiet 0 (Sachsen, Thüringen und angrenzende Regionen) sind es dagegen nur 28 Prozent. Kleinere Käufer suchen dabei überwiegend in ihrer Region, große Investoren eher bundesweit.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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