Viele Unternehmen kämpfen zwar weiterhin mit Fachkräftemangel. Gleichzeitig hat aber die wirtschaftliche Unsicherheit zugenommen, Insolvenzen und Stellenabbau sind die Folge. Diese Entwicklung erreicht auch die Gerichte.
Beim Rechtsschutzversicherer Arag stieg die Zahl der Leistungsfälle im Arbeitsschutzrecht in den vergangenen fünf Jahren um 63 Prozent. Allein 2025 verzeichnete der Versicherer ein Plus von 11 Prozent, knapp 76.000 neue Schadenfälle wurden gemeldet. Im ersten Halbjahr 2026 setzt sich der Trend mit einem Plus von fast 10 Prozent fort.
„Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern zunehmend auch mittlere und höhere Einkommensgruppen“, sagt Hanno Petersen, Vorstandsmitglied der Arag. „Der Peak ist noch lange nicht erreicht. Es zeichnet sich ab, dass das Modell Deutschland – lange Beschäftigung, sichere Arbeitsplätze – bröckelt.“
Besonders stark nach oben ging es im vergangenen Jahr bei den Kündigungsschutzklagen, sie stiegen 2025 um satte 33 Prozent. Neben Kündigungen sind bei der Arag Streit um Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis und Aufhebungsverträge die häufigsten Auslöser für einen Rechtsstreit. Oft gehe es für die Betroffenen nicht nur um Einkommen und berufliche Perspektiven, sondern um die wirtschaftliche Existenz.
Der Arag Trendmonitor Recht bündelt zentrale Erkenntnisse aus den jährlich in Deutschland bei dem weltweit tätigen Versicherer gemeldeten Rechtsschutzfällen. Eine dieser Erkenntnisse: Nicht nur die Zahl der Arbeitsrechtsfälle ist in den vergangenen fünf Jahren stark gestiegen. Noch deutlicher war der Anstieg der Leistungsfälle im zunehmend sensiblen Bereich Wohnen.
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