Neues Rating

Private Rechtsschutzversicherung: Qualität steigt etwas

Franke und Bornberg hat das neue Rating für die private Rechtsschutzversicherung veröffentlicht. Mit erfreulichen Erkenntnissen, einer Warnung und einem wichtigen, aber gern verfehlten Kriterium.
Gerichtssaal mit Anwälten und Kläger, symbolisiert Rechtsschutzversicherung.
© Magnific
Indem sie anwaltliche Rechtsberatung anbieten, wollen Rechtsschutzversicherer den Gang in den Gerichtssaal vermeiden

In der Rating-Agentur Franke und Bornberg beobachtet man, dass die private Rechtsschutzversicherung insgesamt besser wird. Allerdings bleiben einige Tarife im Qualitätskeller hängen, zeigt das neue Rating.

An der Methode selbst schraubte Franke und Bornberg nichts herum. Die Analysten orientieren sich wie in den Vorjahren an den Leistungskategorien Privat-, Berufs-, Verkehrs- und Wohnungs-Rechtsschutz. Nur Tarife, die alle vier Bereiche abdecken, bewerten sie auch. Anschließend unterscheiden sie zwischen Familien (81 Kriterien) und Singles (74 Kriterien).

Diesmal kamen darin 254 Tarife von 38 Versicherern unter die Lupe. Mit der Erkenntnis: 11,8 Prozent (nach 9,7 Prozent im Vorjahr) der Familientarife erreichten die Spitzennote FFF+. Und die darauffolgende Note FFF schafften 50,8 Prozent (48,8 Prozent). Damit gelten 63 Prozent der Tarife als sehr gut oder hervorragend.

Nur wenig schlechter die Single-Tarife: 11,8 Prozent erreichten FFF+, und 50,0 Prozent landeten bei FFF. Die Notenspiegel sehen so aus:

Rating-Ergebnisse 2026 für die private Rechtsschutzversicherung für Familien (Quelle: Franke und Bornberg)
Rating-Ergebnisse 2026 für die private Rechtsschutzversicherung für Familien (Quelle: Franke und Bornberg)

 

Rating-Ergebnisse 2026 für die private Rechtsschutzversicherung für Singles (Quelle: Franke und Bornberg)
Rating-Ergebnisse 2026 für die private Rechtsschutzversicherung für Singles (Quelle: Franke und Bornberg)

 

Allerdings findet sich ein wesentlicher Teil der Tarife auch im unteren Spektrum wieder. Davor warnt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg: „Rechtsschutz ist längst kein Standardprodukt mehr – die Unterschiede zwischen den Tarifen sind beträchtlich. Wer bei der Auswahl nur auf die Prämie schaut, riskiert im Ernstfall böse Überraschungen.“

Und wo liegen die meisten Probleme? Laut Rating-Agentur scheitern viele Tarife an der vorsorglichen Rechtsberatung – und verfehlen damit die Top-Note FFF+. Solange kein Rechtsschutzfall vorliegt, gewähren sie auch keine anwaltliche Beratung. Die gilt aber als wichtiges Vorbeugemittel, um Rechtsschutzfälle zu vermeiden.

Tarife unterhalb von FFF schwächeln hingegen vor allem in Arbeitsrecht, Immobilienrecht sowie außergerichtlichem Verwaltungs-, Steuer- oder Sozialrecht. Auch im Internet-Rechtsschutz und im Rechtsschutz für Erb-, Familien- und Lebenspartnerschaftsrecht bleiben manche Angebote hinter dem erreichbaren Niveau zurück.

Alle Ratings und die Bewertungsrichtlinien können Sie kostenlos hier ansehen.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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