Für mehr als 12 Millionen Autofahrer ändern sich die Typklassen in der KFZ-Haftpflichtversicherung. Das meldet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Basis seiner neuen Typklassenstatistik. Sie bildet die Schadenbilanzen fast aller in Deutschland zugelassenen Automodelle ab.
GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sagt: „Rund 7,4 Millionen Autofahrende werden in eine höhere und rund 5,1 Millionen in eine niedrigere Typklasse gestuft. Für die übrigen fast 30 Millionen – insgesamt 71 Prozent aller Autofahrerinnen und Autofahrer – ändert sich in der Einstufung für die KFZ-Haftpflichtversicherung nichts.“
Die Typklasse zeigt, wie viele und wie teure Schäden mit einem Automodell im Vergleich zu anderen Modellen verursacht werden. In der KFZ-Haftpflicht zählen Schäden, die Dritte treffen. Der GDV nennt dazu Auffahrunfälle und Parkrempler, aber auch größere Verkehrsunfälle.
Die neuen Typklassen für rund 33.000 verschiedene Automodelle können Sie online kostenlos unter www.typklasse.de abrufen.
Typklassen gibt es auch in Voll- und Teilkasko. Dort geht es um Schäden am eigenen Auto, etwa durch Autodiebstahl, Wildunfälle, Hagel oder Sturm. In der Vollkasko kommen selbstverschuldete Unfälle hinzu.
Für die Schadenbilanzen in Kasko zählen daher auch Wiederbeschaffungswert, Reparaturkosten und Ersatzteilpreise des jeweiligen Automodells. Viele Kleinwagen wie Fiat Panda, Renault Twingo und VW Polo haben laut GDV oft niedrige Kasko-Typklassen. Geländewagen, Sportwagen oder Oberklassemodelle landen häufiger höher. Der GDV nennt verschiedene Autos der Baureihen Porsche Panamera, Land Rover Range Rover oder Toyota Land Cruiser.
Asmussen fasst es so zusammen: „Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus.“
Die Typklassenstatistik erscheint einmal jährlich. Sie umfasst die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025. Auch in Kasko bleibt für die Mehrheit alles wie zuvor: 67 Prozent der Voll- und Teilkaskoversicherten behalten ihre aktuelle Typklassen.
Oft geht es nur eine oder zwei Klassen nach oben oder unten. Der GDV nennt den VW T7 Multivan 2.0 TDI X in der KFZ-Haftpflicht und den Mercedes GLC 200 4MATIC in der Vollkasko. Beide werden zwei Klassen besser eingestuft.
Für Versicherer bleibt die Statistik unverbindlich. Sie können sie ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr anwenden.
Allein aus der Typklasse folgt aber noch kein Beitrag. Die Prämie hängt laut GDV von weiteren Faktoren ab, etwa von Regionalklasse und Jahresfahrleistung. Auch Reparaturkosten zählen, die seit Jahren stärker steigen als die allgemeine Inflation.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.