Neue Studie des PKV-Verbands

Privatversicherte sorgen für 12,3 Milliarden Euro Umsatz

Zwar sind nur 10 Prozent der voll Krankenversicherten privatversichert. Sie sorgen aber laut Berechnungen des wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) für 20 Prozent der Umsätze niedergelassener Ärzte. Wieviel die Mediziner an Privatversicherten verdienen, hat das Institut ebenfalls ermittelt.
Krankenpfleger behandelt eine Patientin: Finanziell rechnen sich PKV-Versicherte für Ärzte mehr als gesetzlich Versicherte.
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Krankenpfleger behandelt Patientin: Finanziell rechnen sich PKV-Versicherte für Ärzte mehr als gesetzlich Versicherte.

PKV-Versicherte spielen für 70 Prozent der Ärztinnen und Ärzte eine wichtige Rolle für den Betrieb ihrer Praxis. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Ärzte-Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) zusammen mit dem Institut für empirische Gesundheitsökonomie. Für das „Ärztebarometer” hat das WIP-Team Antworten von knapp als 400 Medizinern aus verschiedenen Fachbereichen ausgewertet.

Was die Ärzte laut der Befragung besonders an Privatpatienten schätzen:

  • 83 Prozent der Mediziner gaben an, dass sie bei Privatpatienten die Therapien freier wählen können.
  • 88 Prozent der Ärzte begrüßen außerdem, dass sie keine Sorgen vor Erstattungsforderungen der Gesetzlichen Krankenversicherung haben müssen, wenn sie Privatpatienten abrechnen.

Insgesamt verdeutlicht die Befragung zumindest aus Sicht des PKV-Verbands, dass Ärztinnen und Ärzte, wenn sie Privatversicherte behandeln, weniger Regulierung, eine angemessene Vergütung und mehr therapeutische Möglichkeiten als Vorzüge empfinden.

Privatpatienten sorgen für 20 Prozent des Umsatzes von Ärzten

Auch die Umsätze mit Privatpatienten sorgen laut des PKV-Verbands für die wichtige Rolle der Privaten Krankenversicherung in der ambulanten Versorgung. Obwohl nur 10 Prozent aller Vollversicherten in Deutschland Privatpatienten sind, sorgen sie laut Angaben des WIP für knapp 20 Prozent des Umsatzes in Arztpraxen.

Im Schnitt bedeutet das pro Jahr fast 63.000 Euro extra für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Dieses Geld können Ärzte aus Sicht des PKV-Verbands zum Beispiel in zusätzliches Fachpersonal oder Geräte investieren. Und davon würden alle Patienten profitieren. Insgesamt gingen dem Gesundheitssystem ohne Privatpatienten jedes Jahr über 12,3 Milliarden Euro verloren, berechnet das wissenschaftliche Institut der PKV.

Für gesetzlich Versicherte sind die Kosten in diesem Jahr bereits stark gestiegen (wir berichteten). Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, befürchtet, dass die Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Versicherte mittelfristig sogar auf 20 Prozent steigen könnten, wenn die Politik nicht eingreift. Das sagte Baas in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Vor allem höhere Preise für Medikamente und Kosten für Krankenhausaufenthalte sind dafür verantwortlich, dass die Beiträge für gesetzlich Versicherte weiter steigen, argumentiert der TK-Chef in dem Interview und teilt damit die Meinung vieler Experten.

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Autorin

Barbara Bocks ist seit 2011 als Journalistin im Wirtschafts- und Finanzbereich unterwegs. Von Juli 2024 bis Dezember 2025 war sie als Redakteurin bei der Pfefferminzia Medien GmbH angestellt.

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