Im Rahmen der Krankenversicherungsreform will die Bundesregierung gegenüber Versicherten die Zügel kräftig anziehen. So sieht das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, wie es in der … nun ja … Kurzform heißt, unter anderem vor: Wer sich krankschreiben lässt, muss schon für den ersten Tag den Attest vom Arzt vorlegen. Und wenn die Krankenkasse Krankengeld zahlt, darf sie die Versicherten auch ohne deren Erlaubnis anrufen. Offiziell heißt es: um zu beraten und zu unterstützen. Kritiker nennen es: um Druck zu erzeugen und zu überprüfen.
Doch wie nötig ist so etwas denn? Um zumindest einen Eindruck zu gewinnen, befragte das Institut Yougov für uns über 2.200 Menschen in Deutschland. Die Umfrage ist repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren.
Unsere erste Frage lautete folglich: „Hand aufs Herz: Haben Sie sich schon einmal krankgemeldet, obwohl Sie nicht krank waren?“ Mit der Erkenntnis, dass 34 Prozent der Befragten in der Tat schon mal blaugemacht haben. Allerdings ohne genauere Zahlen, wie oft und wie lange. 63 Prozent gaben an, das noch nie getan zu haben.
Unterschiede zwischen den Altersklassen
Beträchtliche Unterschiede tun sich in Bezug auf die Altersgruppen auf. So gaben 41 Prozent der Generation Z (1997 bis 2012) und 40 Prozent der Millennials (1981 bis 1996) an, mal krankgemacht zu haben. In der Generation X (1965 bis 1980) waren es 33 Prozent und von den Babyboomern nur 27 Prozent.
Weiterhin wollten wir wissen, wie die Befragten den Plan sehen, dass man sich schon ab Tag 1 ein Attest holen muss. Das Bild ist mehr contra als pro. 38 Prozent lehnen das rundweg ab. Weitere 24 Prozent sind „eher dagegen“. 17 Prozent sind voll dafür und 16 Prozent eher.
Dabei fällt die Differenz zwischen den Geschlechtern auf. Von den befragten Frauen sind 42 Prozent komplett dagegen, von den Männern lediglich 34 Prozent. Das Bild der Blaumacher ist umgekehrt: Mehr Männer (37 Prozent) als Frauen (31 Prozent) haben sich schon mal krankgemeldet, ohne es gewesen zu sein.
Doch wir wären kein Versicherungsmedium, wenn wir nicht auch nach Policen gefragt hätten. Wie haben sich die Menschen also gegen längere Ausfälle abgesichert? Die Antwort ist deutlich: 56 Prozent haben dafür keine Police. 10 Prozent hingegen haben eine Krankentagegeldversicherung und weitere 15 Prozent eine Berufsunfähigkeitsversicherung. 9 Prozent haben noch nichts dergleichen, wollen das aber ändern. 10 Prozent wissen es nicht oder wollen sich nicht äußern.