Wochenlang auf einen Hautarzttermin warten oder innerhalb weniger Stunden eine fachärztliche Diagnose per Smartphone erhalten – vor diese Wahl gestellt, würden sich 63 Prozent der Versicherten in Deutschland für den schnellen digitalen Weg entscheiden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse, für die im März 2026 rund 2.100 Personen ab 18 Jahren befragt wurden.
Der sogenannte Online-Haut-Check funktioniert denkbar einfach: Versicherte fotografieren die betroffene Hautstelle und laden die Bilder in eine digitale Plattform hoch. Ein Facharzt oder eine Fachärztin wertet die Aufnahmen aus und gibt – häufig noch am selben Tag – eine Diagnose oder Therapieempfehlung. Falls erforderlich, wird ein weiterführender Praxistermin vermittelt.
Als größte Stärke des digitalen Angebots nennen die Befragten vor allem die Zeitersparnis sowie die schnelle Einschätzung von Hautveränderungen – beide Aspekte werden von je 46 Prozent der Teilnehmenden hervorgehoben. Für 39 Prozent ist es besonders wertvoll, rasch Gewissheit zu erlangen, ob ein persönlicher Arztbesuch überhaupt notwendig ist.
Interne Auswertungen der SBK bestätigen diesen Befund: 85 Prozent der Nutzer können ihr Anliegen vollständig digital abschließen, ohne eine Praxis aufsuchen zu müssen. Nur 15 Prozent benötigen eine Folgebehandlung beim Dermatologen. Ein weiterer, eher unerwarteter Vorteil: 18 Prozent der Befragten geben an, online leichter über sensible oder unangenehme Beschwerden sprechen zu können als in einem persönlichen Gespräch.
Die SBK sieht den Online-Haut-Check als Reaktion auf einen strukturellen Engpass im deutschen Gesundheitswesen. Lange Wartezeiten in Facharztpraxen führten laut Kasse dazu, dass Beschwerden häufig zu spät behandelt werden – mit teils vermeidbaren Verschlechterungen des Gesundheitszustands. Das digitale Angebot soll diese Lücke schließen und eine bedarfsgerechte, alltagsnahe Versorgung ermöglichen, ohne den klassischen Arztbesuch zu ersetzen.
Dass die Angebote in der Bevölkerung noch nicht vollständig bekannt sind, zeigt die Umfrage ebenfalls: Erst knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) kennt die Möglichkeit eines Online-Haut-Checks. Von denjenigen, die davon wissen, hat immerhin fast jeder Dritte (38 Prozent) das Angebot bereits genutzt. 20 Prozent der Befragten sehen in einem digitalen Haut-Check keinen Mehrwert.
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