Hohes Ausbaupotenzial bei Risikoleben

Verbraucher riskieren finanzielle Not nach Todesfall

In mehr als 20 Millionen Haushalten hierzulande fehlt der finanzielle Schutz für den Fall, dass der Partner oder ein Elternteil stirbt. Selbst in klassischen Risikogruppen ist in mehr als jedem zweiten Haushalt der Todesfall nicht abgesichert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Versicherer-Verbands GDV.
Junge Familie: Nur rund jeder zweite Haushalt mit Absicherungsbedarf verfügt über eine Risikolebensversicherung.
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Junge Familie: Nur rund jeder zweite Haushalt mit Absicherungsbedarf verfügt über eine Risikolebensversicherung.

Jedes Jahr verlieren in Deutschland mehr als 50.000 Kinder sowie zehntausende Partnerinnen und Partner eine nahestehende Person, von deren Einkommen sie abhängig waren. Und für längst nicht alle davon ist die finanzielle Zukunft abgesichert. Nur rund jeder zweite Haushalt mit Absicherungsbedarf verfügt über eine Risikolebensversicherung.

Das zeigt eine Studie des Versicherer-Verbands GDV. „In mehr als 20 Millionen Haushalten fehlt der finanzielle Schutz, wenn ein Partner oder Elternteil stirbt. Für die Hinterbliebenen kann das sehr schnell zur finanziellen Zerreißprobe werden“, sagt Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV.

Wer eine Risikolebensversicherung besitzt

Das Interesse an Risikolebensversicherungen hat zwar zugenommen. Die Zahl der Verträge stieg von rund 4,3 Millionen im Jahr 1999 auf 7,3 Millionen im Jahr 2024, die versicherte Gesamtsumme von 236 Milliarden Euro auf 885 Milliarden Euro. Es besteht aber immer noch Ausbaubedarf.

Ob Haushalte eine Risikolebensversicherung besitzen, hängt laut GDV-Auswertung überwiegend von langfristigen finanziellen Verpflichtungen, familiärer Verantwortung, Einkommen und Lebensphase ab:

  • Haushalte mit minderjährigen Kindern weisen die höchste Verbreitungsdichte auf. 45 Prozent sind es bei Paaren, 19 Prozent bei Alleinerziehenden. Demgegenüber besitzen nur 7,7 Prozent der Alleinlebenden eine Risikolebensversicherung.
  • Ein weiterer wichtiger Grund für eine Risikolebensversicherung ist eine Immobilienfinanzierung. Knapp 45 Prozent mit offenen Immobilienkredit haben eine solche Absicherung.
  • Zudem wächst der Verbreitungsgrad von Risikolebensversicherungen mit dem verfügbaren Haushaltseinkommen. Unterhalb von 3.250 Euro netto liegt er zwischen 3 und 10 Prozent. Von den Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 7.500 Euro netto hat dagegen fast jeder zweite (46 Prozent) eine Risikolebensversicherung.
  • Das Alter des Hauptverdieners spielt ebenfalls eine Rolle. Zwischen 35 und 50 Jahren besitzt jeder Dritte eine Risikolebensversicherung, in allen anderen Altersgruppen ist die Verbreitung geringer.

Versicherungssummen reichen häufig nicht aus

Hinzu kommt: Selbst dort, wo eine Risikolebensversicherung besteht, ist die Absicherung häufig zu niedrig. Als Faustregel gilt, dass die Versicherungssumme etwa drei bis fünf Bruttojahresgehälter zuzüglich offener Kredite umfassen sollte. Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Versicherungssumme der Studie zufolge pro Vertrag bei rund 121.000 Euro, das durchschnittliche Bruttojahresgehalt betrug dagegen rund 50.000 Euro.

Schon ohne bestehende Kredite ergäbe sich daraus eine empfohlene Mindestabsicherung von etwa 150.000 Euro, so der GDV. Die durchschnittlichen Versicherungssummen lägen seit 25 Jahren durchgängig unter diesem Orientierungswert.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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