Pfefferminzia: Die LKH wird in diesem Monat 100 Jahre alt. Was würden Sie den Gründern erzählen, wenn sie heute zur Tür hereinkämen?
Jan-Peter Diercks: Ich würde ihnen sagen, dass die Entscheidung von 1926 genau die richtige war. Damals wollten sich Landwirte gegenseitig absichern: Jeder zahlte etwas in einen gemeinsamen Topf ein, aus dem im Krankheitsfall die Behandlung finanziert wurde. Aus dieser Idee ist eine ganze Branche entstanden. Darauf können die Gründer heute mit Recht stolz sein.
Sind Landwirte heute überhaupt noch eine relevante Kundengruppe?
Diercks: Der Schwerpunkt bei den Kunden in der PKV hat sich aufgrund zahlreicher Reformen verändert. Heute gehören vor allem Beihilfeberechtigte sowie gutverdienende Angestellte zu unseren Kunden. Aber natürlich auch Landwirte, wenn sie PKV-berechtigt sind. Hinzu kommen viele Versicherte mit Krankenzusatzversicherungen. Unser Kundenbestand ist insgesamt sehr bunt gemischt.
Mit dem LKH-BeihilfeUpgrade bringen Sie einen neuen Tarif auf den Markt. Was soll der tun?
Diercks: Beamte und Beamtenanwärter erhalten bereits über ihren Dienstherrn Beihilfe. Trotzdem bleiben häufig Kosten übrig, die sie selbst tragen müssten. Genau hier setzt unser Tarif an. Er ergänzt die Beihilfe und erstattet – je nach gewähltem Leistungsumfang – Kosten bis zu 100 Prozent.
Was unterscheidet den Tarif von bisherigen Angeboten?
Dierks: Wir haben ganz viele Vermittler gefragt, die sehr stark in der Beihilfe sind, welche Leistungen ihnen am Markt fehlen. Gleichzeitig haben wir Kunden und Beamtenanwärter befragt, warum sie sich für bestimmte Tarife entscheiden. Ergänzt wurde das durch Marktanalysen und den Einsatz von KI, um Suchverhalten und Bedürfnisse besser zu verstehen. Daraus ist ein modernes Tarifkonzept entstanden.
Nennen Sie mir mal zwei Highlights daraus.
Diercks: Im Mittelpunkt steht ein leistungsstarker Restkostentarif. Darauf können Kunden je nach Wunsch einen Komfort- oder Premium-Baustein aufsetzen. Dadurch lässt sich der Versicherungsschutz sehr individuell gestalten. Wer sich für den Premium-Baustein entscheidet, erhält unter anderem eine 100-prozentige Erstattung der versicherten Leistungen, hohe Leistungen für Sehhilfen und LASIK. Für alle, die für sich Leistungen im Krankenhaus zusätzlich absichern wollen, gibt es stationäre Bausteine bis hin zum Einbettzimmer. Das Besondere ist die Flexibilität: Vermittler können den Versicherungsschutz sehr genau an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen. All diese Tarife sind extrem leistungsstark, so dass wir mit dem BeihilfeUpgrade Premium zu den leistungsstärksten Anbietern Deutschlands zählen.
Was unterscheidet Komfort von Premium?
Diercks: Bereits der Komfort-Baustein bietet ein hohes Leistungsniveau, beispielsweise bis zu 600 Euro für Sehhilfen, auch 1.500 Euro für LASIK-Behandlungen. Wer noch umfassender abgesichert sein möchte, kann sich für Premium entscheiden. Dort sind unter anderem besonders hohe Zahnleistungen und weitere Top-Leistungen enthalten.
Sie sprechen besonders Beamtenanwärter an und betonen den niedrigen Preis. Passt das zu einer privaten Krankenversicherung?
Diercks: Ja, denn Beamtenanwärter verfügen zu Beginn ihrer Laufbahn meist über ein begrenztes Einkommen. Deshalb war es uns wichtig, ihnen einen attraktiven Einstieg zu ermöglichen. Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass wir an der Leistung sparen.
Unser Anspruch bleibt unverändert: Wir wollen hochwertige Absicherung bieten, damit Kunden möglichst wenig Eigenkosten tragen müssen. Deshalb verstehen wir den Tarif als preisbewusst, aber er ist keineswegs der günstigste Tarif. Entscheidend ist für uns ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Beitragsrückerstattung wird immer wieder kritisch diskutiert. Warum halten Sie daran fest?
Diercks: Für uns ist sie ein gutes Instrument, um unsere Kunden am wirtschaftlichen Erfolg der LKH zu beteiligen. Werden kleinere Rechnungen nicht eingereicht, reduziert das den Verwaltungsaufwand. Davon profitiert letztlich das gesamte Versichertenkollektiv. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit geben wir wirtschaftliche Erfolge ohnehin an unsere Mitglieder weiter. Die Beitragsrückerstattung ist dafür ein bewährter Weg. Wichtig ist nur, dass Kunden wissen, unter welchen Voraussetzungen sie gezahlt wird. Unsere Vermittler erklären das sehr transparent. Deshalb sehen wir darin einen echten Mehrwert für unsere Versicherten.
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