Loslassen können

Spezialisierung wird in der Gewerbeversicherung wichtiger

Wenn Makler sich Hilfe holen, ist das kein Zeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil, meint unsere Gastautorin, die Maklerin Elisa Rohde. Insbesondere die Gewerbeversicherung sollte man nicht nebenherlaufen lassen, sondern sich entweder selbst spezialisieren oder Spezialisten hinzuziehen.
Maklerin Elisa Rohde: „Top Beratung, mehr Umsatz, weniger Stress und Zeitaufwand für alle.“
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Maklerin Elisa Rohde: „Top Beratung, mehr Umsatz, weniger Stress und Zeitaufwand für alle.“

D&O, Cyberversicherung, Geschäftsführerhaftung, Rechtsschutz oder Vermögensschadenhaftpflicht – Gewerbeabsicherung ist längst kein Nebenschauplatz mehr. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl: Genau so wird sie vielerorts noch behandelt.

Ein Tarif hier … eine Betriebsbeschreibung da … schnell noch eine Police dazu. Hauptsache erledigt.

Ich sage es bewusst direkt: Davon würde ich abraten.

So wie du und ich uns innerhalb eines Jahres verändern, tun Unternehmen, Freelancer und Selbstständige das auch; manchmal sogar deutlich schneller. Neue Mitarbeitende kommen dazu, Umsätze steigen, Dienstleistungen verändern sich, KI wird eingebunden, ein weiterer Standort eröffnet oder die Rechtsform entwickelt sich perspektivisch Richtung GmbH. Nur eines bleibt oft gleich: der Versicherungsschutz von vor drei Jahren.

Das Problem? Viele Unternehmer wissen gar nicht, welche Veränderungen sie melden sollten – und welche Auswirkungen das auf ihren Schutz haben kann. Nicht aus böser Absicht, sondern schlicht, weil sie Expert in ihrem Business sind und nicht im Versicherungsrecht.

Dabei können genau solche Entwicklungen entscheidend sein. Werden Veränderungen nicht berücksichtigt, drohen im Ernstfall Unterversicherung, Leistungskürzungen oder Deckungslücken.

Und genau hier beginnt aus meiner Sicht unsere eigentliche Aufgabe: Nicht nur Policen verwalten, sondern Unternehmen begleiten.

Denn wer regelmäßig hinschaut, erkennt nicht nur neue Risiken, sondern auch echten Beratungsbedarf. Gerade wachsende Firmen beschäftigen sich plötzlich mit Geschäftsführerhaftung, Cyberrisiken, neuen arbeitsrechtlichen Fragen oder Benefits wie betriebliche Krankenversicherung (bKV) und betriebliche Altersvorsorge (bAV) zur Mitarbeiterbindung.

Genau deshalb sind Jahresgespräche und eine echte Risikoanalyse aus meiner Sicht kein „Nice-to-have“, sondern Pflicht. Richtig genutzt, wirst du in dieser Phase nicht nur zur Maklerin oder zum Makler – sondern zum Sparringspartner für unternehmerisches Wachstum.

Unbequemer Gedanke: Wir müssen nicht alles können. Und vielleicht sollten wir auch aufhören, so zu tun.

Du darfst Themen abgeben! Ehrlich gesagt? Kunden finden das oft sogar gut. Denn wer offen sagt: „Das ist nicht mein Spezialgebiet, aber ich hole mir hier Expertise dazu“, zeigt keine Schwäche – sondern Qualitätsanspruch.

Genauso wie Krankenversicherung oder Geldanlage hochkomplexe Fachgebiete sind, ist die Beratung von Firmen, Selbstständigen und Freiberuflern eine ganz eigene Welt. Cyber, D&O oder komplexe (Haftungs-)Themen „mal eben nebenbei“ zu beraten, halte ich persönlich für schwierig – und ehrlich gesagt auch riskant.

Es wird immer Menschen geben, die spezialisierter sind als ich

Ich selbst arbeite in einigen Bereichen bewusst mit Kooperationen. Nicht, weil ich etwas nicht könnte – sondern weil ich überzeugt bin, dass Kunden die bestmögliche Qualität verdienen. Natürlich habe ich in der Ausbildung und vielen Weiterbildungen danach gelernt, alle Bereiche zu beraten und bilde mich auch heute kontinuierlich über das gesetzliche Mindestmaß hinaus stetig weiter. Trotzdem weiß ich: In manchen Fachgebieten wird es immer Menschen geben, die deutlich stärker spezialisiert sind als ich. Und das ist in Ordnung und viel mehr als das: Es ist super!

Und genau darin liegt aus meiner Sicht eine der größten Stärken, die oft ungenutzt bleiben. Das eigene Ego kurz beiseitezulegen, ehrlich zu reflektieren und Menschen ins Boot zu holen, die ähnliche Werte und Beratungsansätze vertreten und absolute Spezialisten in ihrem Fachbereich sind.

Das ist keine Schwäche. Das ist Win-win-win für alle – für Kunden, deinen Kooperationspartner und dich selbst!

Der Kunde hat hochwertige Beratung durch einen Profi, der genau auf diese Bereiche spezialisiert ist. Du hast keinen Stress, dich in ein neues Thema einzuarbeiten, gegebenenfalls Dinge zu vergessen oder es zeitlich nicht angemessen zu schaffen und auch unter Umständen nicht die nötige Erfahrung, um tiefergehende Fragen oder Probleme effizient lösen zu können.

Ich pflege immer zu sagen: Man weiß nie, was man nicht weiß. Durch Abgabe dieser Sparte kannst du dich wieder auf dein Kerngeschäft konzentrieren und hast im besten Fall sogar nach Provisionsteilung durch die vollumfängliche passende Beratung deines Kooperationspartners mehr Umsatz als vorher.

Also ein Gewinn für alle Beteiligten!

Top Beratung, mehr Umsatz, weniger Stress und Zeitaufwand für alle.

So ein Vorgehen bietet also nicht nur grundlegend bessere Beratungsergebnisse, sondern viel mehr echte Synergien und Raum für gemeinsames Wachstum. Das ist eins der schönsten Dinge, wie ich finde.

Als Hypothese für die nächsten Jahre möchte ich aufstellen, dass wir alle überdenken sollten, wo wir in 5-10-15 Jahren stehen wollen. Ich denke, dass Spezialisierung in den kommenden Jahren umso wichtiger wird. Gepaart mit einem starken Netzwerk und dem Mut, Dinge bewusst abzugeben oder sogar abzulehnen. Denn am Ende sollten wir zwar unsere Haftungsthemen und Umsatz im Blick haben, aber vor allem eins: Den passenden Versicherungsschutz für unsere Kunden.

Wo siehst du dich als Teil der Zukunft der Branche?

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