Die R+V Versicherung verkauft ihre Tochter Condor Leben nun doch nicht an Acathia Capital. Die Gespräche seien ohne Ergebnis beendet worden, schreiben Medien übereinstimmend. Zuerst hatte der „Versicherungsmonitor“ darüber berichtet.
Einen anderen Käufer will der genossenschaftliche Versicherer demnach nicht suchen. Mit anderen Run-off-Anbietern gebe es derzeit keine Verhandlungen über einen kompletten Verkauf, sagte der Sprecher dem „Versicherungsjournal“. Die R+V wolle die rund 219.000 Verträge, für die Condor der Risikoträger ist, intern weiterführen.
Damit kippt ein Vorhaben, das im März bekannt geworden war. Damals hatte die R+V eine Absichtserklärung mit Acathia Capital unterzeichnet. Es hieß, dass es um ein Portfolio aus rund 219.000 Verträgen mit der Condor LV als Risikoträger ging. Dazu zählten unter anderem klassische Lebensversicherungen, Neue-Klassik-Tarife, Fondspolicen und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Der Kaufvertrag sollte im zweiten oder dritten Quartal folgen.
Warum die Gespräche nun ohne Ergebnis endeten, bleibt offen. Laut „Handelsblatt“ wollten beide Seiten dazu keine Angaben machen.
Der Verkauf sollte der R+V finanziellen Spielraum verschaffen. Im März hatte ein Sprecher erklärt, der nicht genannte Verkaufserlös solle Investitionen in „zukunftsweisende Initiativen“ in der R+V ermöglichen. Weitere Verkäufe über Condor hinaus seien nicht geplant gewesen.
Die R+V hatte Condor 2008 von der Oetker-Gruppe gekauft. 2024 wurde ihre Sachversicherungsparte auf die R+V verschmolzen. Condor Leben blieb daneben als separate Einheit bestehen.
Für den Run-off-Markt nimmt der Vorgang Tempo heraus. Branchenbeobachter hatten laut „Handelsblatt“ gehofft, dass der Deal den Markt beleben könnte und weitere Verkäufe von Lebensversicherungsbeständen folgen.
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