Umfrage unter der Generation Y

Mit welchen Angeboten Arbeitgeber bei jungen Leuten punkten können

Im Kopf nur WhatsApp, Netflix und Computerspiele, Berufswunsch Model oder Youtube-Star. Mit derartigen Vorurteilen über die Jugend von heute hat die aktuelle Shell-Jugendstudie gerade erst wieder aufgeräumt. Viel wichtiger ist der Generation Y etwa die eigene Gesundheit, erklärt Allianz-Vorstand Jan Esser in seinem Gastbeitrag.
© Getty Images
Internationale Jugendmeisterschaft in Leipzig: Die Jugend von heute hat nur Spaß im Kopf? Von wegen! Laut einer Studie machen sich die jungen Erwachsenen eher Gedanken über die Zukunft.

Junge Leute müssen in unserer globalisierten, vernetzten Welt mit vielen Unsicherheiten fertig werden, nichts scheint mehr festgelegt. Diese neue Unverbindlichkeit – alles ist möglich, aber nichts von Dauer – schafft auf der einen Seite Freiheit. Sie macht es aber auch schwer, Halt oder Orientierung zu finden.

Verständlich, wenn die Generation Y daher nach Planbarkeit und Perspektiven sucht, vor allem, wenn es um den Job geht. Fast alle Teilnehmer der Shell-Jugendstudie, 95 Prozent, räumen dem sicheren Arbeitsplatz höchste Priorität ein. Wir sind an dieser Stelle zusammen mit der GfK tiefer eingestiegen und haben mehr als 400 Schüler und Studenten befragt, was ihnen bei der Wahl des Arbeitgebers darüber hinaus wichtig ist.

Gesundheit und Altersvorsorge sind wichtiger als das Diensthandy

Insgesamt zeigen sich die jungen Leute erstaunlich vorausschauend. So ist ihnen bei der Arbeitgeberwahl das Angebot zusätzlicher Gesundheitsleistungen oder die Absicherung im Alter wichtiger als ein Diensthandy. 39 Prozent der befragten Schüler und Studenten finden eine vom Arbeitgeber finanzierte private Krankenzusatzversicherung sogar so gut, dass sie die Arbeitgeberwahl positiv beeinflussen würde.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge sind es 46 Prozent, es folgen weitere, man möchte fast sagen uncoole und eher praktische Angebote wie Unfallversicherung, Jobticket oder vermögenswirksame Leistungen. Damit sind die betriebliche Altersvorsorge und die betriebliche Krankenversicherung aus Sicht der jungen Leute die beiden attraktivsten monetären Personalzusatzleistungen.

Der Dienstwagen überzeugt nicht mehr

Dagegen sehen nur 13 Prozent der Schüler und Studenten das Diensthandy als Pluspunkt bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber. Auch Sportangebote können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht überzeugen (13 Prozent), und selbst der vermeintlich prestigeträchtige Dienstwagen landet weit abgeschlagen (22 Prozent).

Für junge Leute stehen aber nicht nur der Gedanke der Absicherung und Gesundheitsvorsorge im Vordergrund, wenn zum Beispiel die Krankenzusatzversicherung vom Chef kommt. Zwei Drittel der Schüler und Studenten sagen in der Allianz-Studie, sie würden diese zusätzliche Leistung auch als besondere Wertschätzung durch den Arbeitgeber empfinden. Sie ist damit ein effektives Instrument, die Zufriedenheit und die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb zu erhöhen.

Dabei werden in Zukunft ebensolche Maßnahmen für Arbeitgeber von wachsender Bedeutung sein. Denn junge Mitarbeiter bleiben nicht mehr automatisch von der Ausbildung bis zur Rente im selben Betrieb. Wer die Fachkräfte von morgen deshalb gewinnen und dauerhaft halten will, muss sich also etwas einfallen lassen. Gut zu wissen, dass man bei ihnen mit ganz konkreten Sicherheiten am stärksten punkten kann.

Der Autor Jan Esser ist Vorstand für Produkte, Aktuariat und Firmenkunden der Allianz Privaten Krankenversicherung.

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