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Der Markt für die betriebliche Altersversorgung (bAV) über Direktversicherungen bewegt sich. Das zentrale Ergebnis des neuen Ratings 2026 vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP): Anbieter versuchen erkennbar, ihre Produkte zu vereinfachen. Für die Analyse untersuchte das IVFP 76 Tarife von 34 Versicherungsgesellschaften anhand von bis zu 90 Kriterien.
Ein wesentlicher Grund für diesen Wandel ist der Wunsch, Arbeitgeber und Vermittler zu entlasten. Laut IVFP sind lange Beratungs- und Administrationsstrecken, Haftungsängste und aufwendige Nachbetreuungspflichten große Hürden in der Praxis. Die Antwort der Produktgeber darauf findet sich zunehmend in sogenannten Comfort-Tarifen. Diese Produkte sollen vereinfachen, indem sie Anlageentscheidungen stärker standardisieren. Ihr Anteil an den angebotenen bAV-Tarifen liegt laut der Auswertung inzwischen bei über 25 Prozent.
Dieser Trend zur Vereinfachung spiegelt sich auch in politischen Vorschlägen wider. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) etwa wirbt für ein standardisiertes bAV-Basisprodukt, das die Komplexität weiter senken soll.
Georg Goedeckemeyer, Leiter Ratings beim IVFP, erklärt, dass gerade junge Menschen sich einfache, digitale und verständliche Vorsorge wünschen. Das Potenzial beim Berufseinstieg sei riesig, wenn die Vorteile klar mitgeteilt und der Zugang unkompliziert gestaltet werde.
Für die aktuelle Analyse blickte das IVFP auch fünf Jahre zurück und verglich ältere Tarifgenerationen mit dem heutigen Angebot. Dabei zeigt sich, dass moderne Anlageinstrumente stärker in den Vordergrund rücken. Funktionen wie Rebalancing oder systematisches Ablaufmanagement sind heute häufiger anzutreffen. Auch die Vielfalt der Fondsanlagen hat zugenommen, was die Entscheidungsmöglichkeiten für Kunden erweitert.
Was hingegen die Ertragsseite betrifft, sind die prognostizierten Renditen in den Musterfallberechnungen unter Druck geraten. Das IVFP führt das auf die anhaltend maue Zinssituation zurück.
Verbesserungen in der Vertragsflexibilität oder bei der Digitalisierung seien zwar ebenfalls zu beobachten, diese seien aber kein bAV-spezifisches Phänomen, sondern betreffen den gesamten Vorsorgemarkt.
Das IVFP-Rating bewertet die Tarife in den vier Hauptbereichen:
Die Tarife selbst werden in fünf Kategorien unterteilt
Die Ergebnisse sollen Vermittlern eine fundierte Grundlage für ihre Beratung geben. Es bleibt also festzuhalten, dass der Markt auf die praktischen Schwierigkeiten von Arbeitgebern und Beratern reagiert. Der Trend geht weg von überladenen Produkten hin zu verständlicheren und administrierbaren Lösungen.
Alle IVFP-Ratings zur bAV können Sie hier abrufen.
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