Menschen mit persönlichem Versicherungsvermittler sind bei existenziellen Risiken häufiger und besser abgesichert als Personen, die ihre Verträge ohne Beratung abschließen. Gleichzeitig fühlen sie sich umfassender informiert. Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen, repräsentativen „Continentale-Studie 2026“, deren erste Ergebnisse der Versicherer nun vorgestellt hat.
Die Untersuchung mit dem Titel „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“ soll vollständig im September 2026 erscheinen. Doch schon die vorläufigen Daten bestätigen eine langjährige Annahme der Branche: Die persönliche Beratung macht einen messbaren Unterschied.
Der Zusammenhang ist laut Studie eindeutig. „Personen mit persönlicher Beratung sind insbesondere bei komplexen Vorsorgethemen deutlich besser abgesichert als Menschen ohne Vermittler“, erklärt Jürgen Wörner, Vorstand für Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst bei der Continentale. Dies betreffe vor allem die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die private Altersvorsorge und die Deckung für den Pflegefall. In diesen Sparten, die hohe Erklärungstiefe erfordern, scheint der Wert der Beratung besonders zum Tragen zu kommen.

Die Studie belegt damit, dass die Arbeit von Vermittlern direkt zu einer besseren Absicherungsquote bei denjenigen Risiken führt, die die finanzielle Existenz bedrohen können. Offenbar gelingt es im persönlichen Gespräch besser, den Bedarf zu ermitteln und die Notwendigkeit von Policen zu vermitteln, die über den Standard-Schutz hinausgehen.
Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist das bekannte Ungleichgewicht im Versicherungsportfolio der Deutschen. Während Kompositversicherungen wie die private Haftpflicht- oder Hausratversicherung sehr stark verbreitet sind und als etabliert gelten können, zeigen sich in der biometrischen Absicherung weiterhin erhebliche Defizite. Die Studienautoren sprechen hier von „blinden Flecken“ in der Vorsorgelandschaft.
Gerade in der Altersvorsorge, der Arbeitskraftabsicherung und der Pflegevorsorge bestehen demnach große Lücken in der Bevölkerung. Die Zahlen der Continentale-Studie dürften diese Versorgungslücke einmal mehr quantifizieren und die Dringlichkeit unterstreichen, mit der sich die Menschen diesen Themen widmen sollten.
Ein besonders interessantes Detail liefert die Analyse der jüngsten erwachsenen Altersgruppe. Die 18- bis 25-Jährigen zeigen der Studie zufolge ein überdurchschnittlich hohes Risikobewusstsein. Im Vergleich zu früheren Generationen scheinen sie sich der Gefahren wie einer möglichen Berufsunfähigkeit oder der Notwendigkeit zusätzlicher Altersvorsorge stärker bewusst zu sein.

Allerdings, und das ist die Kehrseite der Medaille, schlägt sich dieses Bewusstsein bislang nur unzureichend in konkreten Vertragsabschlüssen nieder. Die Gründe dafür beleuchtet die vorliegende Mitteilung nicht im Detail, doch es liegt nahe, dass hier eine große Chance für die Vermittlerschaft liegt. Gerade diese informierte, aber noch zögerliche Zielgruppe könnte von professioneller Beratung profitieren, die Unsicherheiten abbaut und passende Einstiegslösungen aufzeigt. Die vollständige Studie, die im September erscheint, wird hierzu hoffentlich genauere Daten liefern.
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