Leading Cities Invest

Kanam Grund wickelt offenen Immobilienfonds ab

Mehr ging nicht. Nachdem die Betreiber des Leading Cities Invest 70 Prozent des Portfolios verkauft haben, um Anleger auszuzahlen, wickeln sie den Fonds nun ab. Die übrigen Objekte wollen sie schrittweise verkaufen.
Spanien-Metropole Barcelona: Dem Leading Cities Invest gehören dort einige Immobilien
© Iwan Bettschen / Pixabay
Spanien-Metropole Barcelona: Dem Leading Cities Invest gehören dort einige Immobilien

Die Schwierigkeiten um offene Immobilienfonds verursachen weitere Konsequenzen. Die Kanam Grund Kapitalverwaltungsgesellschaft löst nun ihren Leading Cities Invest (ISIN: DE0006791825) auf und zahlt die Anleger aus.

Anteile lassen sich somit nicht mehr kaufen, verkaufen und kündigen. Die Investmentobjekte wollen die Betreiber in den kommenden Jahren schrittweise verkaufen und das Geld an die Anleger weiterleiten. Dazu wollen sie sich eng mit der Finanzaufsicht Bafin abstimmen.

Als vor einigen Tagen die Rating-Agentur Scope Fund Analysis in einer Studie offene Immobilienfonds begutachtete, fiel der Kanam-Fonds unangenehm auf. Denn mit einem Verlust von 17,8 Prozent wies er das mit Abstand schwächste Ergebnis im Jahr 2025 aus.

Wie für die gesamte Branche hatte auch für ihn der Zinsanstieg im Jahr 2022 das Umfeld völlig verändert. Kredite wurden dadurch teurer und knapper, Hauspreise sanken. Zugleich erzeugten die wieder vorhandenen Zinsen auf Festgelder und Anleihen eine nicht mehr gewohnte Konkurrenzsituation.

In der Folge gaben Anleger massiv Anteile zurück. In drei Kalenderjahren in Folge mussten offene Immobilienfonds in Summe Abflüsse in Milliardenhöhe stemmen.

Das erwischte auch den Leading Cities Invest, wie die Betreiber mitteilen. Seit 2022 mussten sie 70 Prozent der Objekte verkaufen. Heute sind noch zwölf Objekte in fünf Ländern im Portfolio vorhanden, weshalb nun auch die Entscheidung fiel, den Fonds abzuwickeln. „Weitere Objektverkäufe, die im Zuge zusätzlicher Mittelabflüsse erforderlich würden, hätten dazu geführt, dass das verbleibende Portfolio wirtschaftlich nicht mehr tragfähig wäre und eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Fonds langfristig nicht mehr sichergestellt werden könnte“, heißt es von Kanam Grund.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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