Prognose von Sirius Campus

Altersvorsorgedepot: 4,5 Millionen Abschlüsse im Startjahr möglich

Millionen Deutsche könnten 2027 erstmals in das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot einzahlen. Doch wer das Rennen macht, entscheidet sich schon jetzt: Wer seine Kunden früh informiert und berät, sichert sich den entscheidenden Vorsprung.
Lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot für mich? Diese Frage werden Kunden ihren Vermittlern nun stellen.
© snowing/Magnific
Lohnt sich das neue Altersvorsorgedepot für mich? Diese Frage werden Kunden ihren Vermittlern nun stellen.

Das neue Altersvorsorgedepot scheint bei der Bevölkerung gut anzukommen: Von den rund 44 Millionen Förderberechtigten kennen schon 58 Prozent das neue Produkt. Besonders die Höhe der Förderzulagen und die Aussicht auf höhere Renditen durch Aktien- und Fondsanlagen stoßen auf Interesse.

Das zeigt eine aktuelle Marktuntersuchung des Kölner Forschungsinstituts Sirius Campus gemeinsam mit dem Vorsorgeexperten Aeiforia, für die im April 2026 über 1.000 Förderberechtigte befragt wurden.

Mitte Mai haben wir ausführlich über das Thema Altersvorsorgereform mit fünf Experten in einem Roundtable besprochen. Sie waren nicht dabei? Kein Problem! Hier geht es zur Aufzeichnung!

Ein Drittel könnten sich Abschluss vorstellen

Unter denjenigen, die das Altersvorsorgedepot kennen, können sich 34 Prozent einen Abschluss bestimmt oder wahrscheinlich vorstellen. Unter Berücksichtigung des sogenannten Intentions-Umsetzungs-Gaps – wonach nur etwa ein Drittel aller Vorsätze in tatsächliches Verhalten mündet – ergibt sich daraus eine Prognose von 4,5 Millionen Abschlüssen im Startjahr des Depots 2027.

Bei einem durchschnittlichen Sparbeitrag von rund 1.100 Euro jährlich würde das ein Sparvolumen von 7 Milliarden Euro bedeuten. Im optimistischen Szenario, etwa bei intensivem Marketing und aktiver Kundenansprache noch in diesem Jahr, seien sogar bis zu 10 Millionen Abschlüsse denkbar.

Scheu vor Aktienmarkt bleibt

„Viele Indikatoren in unserer Untersuchung zeigen ein gewisses Begeisterungspotenzial für das Altersvorsorgedepot“, sagt Oliver Gaedeke, Geschäftsführer von Sirius Campus. „Dabei wird es von Bedeutung sein, bestehende Kunden mit Informationen zum neuen Fördersystem und Beratungsangeboten zu versorgen. Denn Kunden vertrauen ihren bestehenden mehr als neuen Anbietern.“

Ein zentrales Hemmnis bleibt die Scheu der Deutschen vor dem Aktienmarkt. Trotz der Aussicht auf höhere Renditen durch Investmentfonds und ETFs entscheiden sich nur 9 Prozent für eine garantiefreie Anlage. Die Mehrheit bevorzugt mit 44 Prozent eine 80-Prozent-Garantie mit mittleren Renditechancen, während 32 Prozent die volle Kapitalgarantie vorzieht.

Interessiert an diesem Thema? Dann lesen Sie jetzt unser eMagazin „Steuern + Förderung“! Kostenfrei nach Anmeldung!

Vermittler sollten jetzt handeln

„Das Altersvorsorgedepot ist für viele Kunden ein Beratungsprodukt. Dies ist eine große Chance für die Vertriebspartner von Lebensversicherern, Sparkassen, Banken und Bausparkassen“, sagt Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer von Aeiforia. „Wichtig ist jetzt, die Kompetenz bei Vermittlern und Bankberatern schnell aufzubauen. Denn viele Kunden könnten bereits nach der Sommerpause ihren bevorzugten Vermittler oder Berater nach einer Empfehlung fragen.“

Das Wechselpotenzial aus dem bestehenden Riester-System ist laut Studie beträchtlich: Laut einer früheren Sirius-Campus-Erhebung könnten rund 28 Prozent des 225 Milliarden Euro schweren Riester-Kapitalstocks in das neue Fördersystem überführt werden.

Mehr zum Thema

Förderung, Zielgruppen, Konkurrenz: Das müssen Makler zur Altersvorsorgereform wissen

Wer die Entstehungsgeschichte dieser Reform kennt, weiß: Es war knapp. Das „Gesetz zur Reform der…

Was nun mit dem alten Riester machen?

Es ist vollbracht. Die staatlich geförderte Altersvorsorge ist reformiert. Doch für Millionen Sparer stellt sich…

Versicherern droht Milliardenabfluss aus Riester-Verträgen

Die Altersvorsorgereform könnte dafür sorgen, dass Lebensversicherer 49 Milliarden Euro aus ihrem Kapitalstock auszahlen müssen.…

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert