Der Krieg im Iran lässt nicht nur Aktienkurse einbrechen. Er drückt auch auf die Bundesanleihen. Womit der natürliche Gegenlauf zwischen Kurs (sinkt) und Rendite (steigt) dafür sorgt, dass die Bundrenditen neue Höhen erreicht haben. So übersprang die zehnjährige Bundesanleihe jetzt die Marke von 3,0 Prozent und liegt derzeit bei 3,04 Prozent (Stand: 23. März 2026). Das schaffte sie zuletzt vor ziemlich genau 15 Jahren (wie zum Beispiel das „Handelsblatt“ berichtet, Bezahlschranke).
Mit dem Leitzins der Europäischen Zentralbank hat das rein gar nichts zu tun. Der wirkt in solchen Laufzeiten am Anleihemarkt nicht. Stattdessen sorgen sich Anleihehändler darum, wie es künftig mit der Inflation weitergeht, nachdem die Energiepreise in die Höhe geschnellt waren.
Und weil sie sich die Inflation über ihre Investments bezahlen lassen wollen, verlangen sie auf Anleihen entsprechend erhöhte Renditen.
Zwei Märkte, auf die das direkt wirkt, sind Lebensversicherung und Baufinanzierung.
Dort setzt sich somit der Trend zu wieder steigenden stillen Lasten fort. Die entstehen immer dann, wenn ein Versicherer die Anleihe kauft und anschließend der Kurs unter den Einkaufspreis sinkt. Solange er nicht verkauft, ist diese Kurslast still. Verkauft er, wird daraus ein echter Kursverlust.
Erst kürzlich hatten Agenturen wie Assekurata, Metzler Ratings oder das DFSI Deutschen Finanz-Service Institut festgestellt, dass noch immer (oder wieder) stille Lasten aus der Zinswende von 2022 vorliegen. Das dürfte sich jetzt noch mal verstärken.
Das heißt aber auch, dass neu in Verträge fließendes Geld auf höhere Marktrenditen trifft. Bei klugem Management könnten Überschussbeteiligungen somit weiter steigen.
In der Baufinanzierung indes greift der Effekt, dass die Kreditzinsen nahezu im Gleichschritt mit den Bund-Renditen mitlaufen. Je nach Laufzeiten und Fristen.
Einen enormen Sprung hatte bereits der Baufi-Vermittler Interhyp am Donnerstag verkündet. Vorstandschef Jörg Utecht, erklärte: „Während der Leitzins stagniert, sehen wir bei den Bauzinsen eine spürbare Aufwärtsbewegung auf im Schnitt fast 3,8 Prozent für zehnjährige Darlehen. Grund ist der Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die aufgrund von Inflationssorgen zuletzt deutlich angezogen hat.“ Inflation als Taktgeber, also auch hier.
Utecht rät ausdrücklich davon ab, auf wieder sinkende Zinsen zu spekulieren. Stattdessen hat er drei andere Tipps für die aktuelle Lage mitgebracht:
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