Psychische Belastungen treffen eher ältere Menschen? Das ist ein Irrtum, wie der Bericht „The Value of Mental Health“ der Zurich Insurance Group zeigt. Danach lebt aktuell schon fast jeder dritte Teenager im Alter von 15 bis 19 Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Keine andere Altersgruppe weist eine vergleichbar hohe Betroffenheit auf.
Insgesamt leben in Deutschland rund 13 Millionen Menschen, etwa 15 Prozent der Bevölkerung, mit einer psychischen Erkrankung.
Wie begründen sich diese Zahlen? Zum einen werden psychische Belastungen heute schlicht früher erkannt. Die Einstellung zum Thema ist offener, Schulen sind stärker eingebunden, Hausärzte ebenso – das hilft beim Aufdecken der psychischen Probleme.
Zum anderen ist die Phase, in der junge Menschen sich entscheiden müssen, wie sie ihr Leben gestalten wollen – wenn es also um die Ausbildung und den Einstieg ins Berufsleben geht – oft belastend.
„Mentale Gesundheit entscheidet früh darüber, ob junge Menschen ihre Bildungs‑ und Berufswege stabil entwickeln können“, sagt Heike Hommel, Chief Underwriting Officer Individual Life bei der Zurich Gruppe Deutschland. „Wenn Belastungen in dieser Lebensphase nicht rechtzeitig aufgefangen werden, kann das den Übergang in Ausbildung, Studium oder Beruf dauerhaft erschweren.“
Der Report zeigt dabei Folgendes: Für eine durchschnittliche Person in Deutschland, die mit einer psychischen Erkrankung lebt, werden bis 2030 rund 67 Tage gesunden Lebens pro Jahr erwartet, die durch Krankheit verloren gehen – der höchste Wert unter den untersuchten Ländern. Früh beginnende psychische Erkrankungen erhöhen dieses Risiko deutlich. Frühe Unterstützung, niedrigschwellige Angebote und kontinuierliche Begleitung sind daher entscheidend.
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