Zwei Drittel der Zuflüsse

Wie der ETF-Boom die Branchenbilanz hochzieht

Die Statistik für 2025 belegt einmal mehr, welche herausragende Rolle ETFs im deutschen Anlagegeschäft inzwischen einnehmen. Die Branche feiert ein bemerkenswertes Neugeschäft, muss aber mit geringeren Margen Vorlieb nehmen.
Mann betritt die NYSE Börse, symbolisch für Aktien- und ETF-Investitionen.
© picture alliance / dts-Agentur | -
Eingang zur Börse in New York: Deutsche Anleger steigen im großen Stil in Investmentfonds ein

Die aktuellen Zahlen des Investmentverbands BVI belegen einmal mehr, wie flott der ETF-Zug in Deutschland rollt. Zunächst zum Gesamtbild: „2025 war ein starkes Jahr. Die Fondsbranche verbuchte bei Publikumsfonds das beste Neugeschäft seit 2021 und verwaltet mit über 4.850 Milliarden Euro ein Rekordvermögen“, sagt BVI-Präsident Matthias Liermann.

Insgesamt flossen Investmentfonds netto (also Ein- minus Auszahlungen) rund 154 Milliarden Euro zu. Offene Publikumsfonds (für Privatanleger) griffen davon 86 Milliarden Euro ab. Und davon wiederum gingen 57 Milliarden Euro an Aktien- und Renten-ETFs. Damit sorgten ETFs für zwei Drittel aller Zuflüsse in Publikumsfonds.

Das ist zunächst eine gute Nachricht, schließlich kommt der Investmentbranche viel frisches Geld ins Haus. Doch der hohe ETF-Anteil sorgt dafür, dass es recht margenarm ist. Heißt: Die Fondsanbieter verdienen daran nicht sonderlich viel.

Die meisten in Deutschland vertriebenen Exchange Traded Funds, wie ETFs komplett heißen, bauen lediglich einen Index nach. Entweder aus Aktien, Anleihen oder sonstigem. Dafür sparen sie das Fondsmanagement, nehmen aber auch enorm niedrige Gebühren. Eine weiter entwickelte Form sind die aktiven ETFs, die wir hier erklären.

Doch hören wir nun auf, Wasser in den Wein zu kippen. Zurück zu den Rekorden: 4,85 Billionen Euro verwalten die Fondsgesellschaften Ende 2025 in Deutschland. Ein großer Teil, nämlich 2,29 Billionen Euro liegt in Spezialfonds. Diese Anlagevehikel sind für institutionelle Investoren gedacht, zu denen auch Versicherer und Einrichtungen zur Altersvorsorge gehören.

Bei den Publikumsfonds dominieren ETFs zwar noch nicht ganz so stark wie bei den Zuflüssen. Sie nehmen aber schon beträchtlichen Raum ein. 1.839 Milliarden Euro liegen insgesamt dort. 489 Milliarden Euro entfallen bereits auf ETFs, das ist mehr als ein Viertel. Mit den Vorjahren lässt sich das leider nicht vergleichen, da der BVI die Erhebungsmethode 2025 geändert hat.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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