Die Gefahr, dass Autofahrer einen Wildunfall verursachen, ist nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in den kommenden Wochen höher als in jeder anderen Jahreszeit. Autofahrer sollten daher in Waldabschnitten und an Feldrändern besonders vorsichtig fahren und immer bremsbereit sein.
„Vorausschauendes Fahren hilft, sich und andere bei Wildwechsel nicht zu gefährden“, sagt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. Im Jahr 2023 mussten deutsche KFZ-Versicherer für über 280.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Autos aufkommen. Dabei entstanden Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro – fast 3 Millionen Euro pro Tag. Der durchschnittliche Schaden nach einem Wildunfall betrug 3.850 Euro.
Gefahr droht insbesondere in den Morgenstunden und während der Dämmerung. „Mit der Zeitumstellung ist der Berufsverkehr wieder mehr in die Zeit der Dämmerung gerückt, wenn viele Wildtiere auf Nahrungssuche sind. Das bedeutet erhöhte Kollisionsgefahr“, warnt Käfer-Rohrbach.
Trotzdem seien riskante Ausweichmanöver nicht ratsam: „Die Kollision mit einem anderen Auto oder einem Baum ist in der Regel gefährlicher als der Zusammenprall mit einem Wildtier“, so Anja Käfer-Rohrbach. Ist ein Aufprall nicht mehr vermeidbar, sollten Autofahrer mit festgehaltenem Lenkrad komplett bremsen.
Wenn Fahrer Wildtiere auf der Straße sehen, sollten sie das Licht abblenden, bremsen und hupen – so können sie Tiere in der Regel verscheuchen. „Fernlicht oder die Lichthupe sollten Autofahrer hingegen nicht nutzen, da geblendete Tiere nicht weglaufen, sondern stehen bleiben“, empfiehlt Anja Käfer-Rohrbach.
Schäden am eigenen Auto, die durch Haarwild wie Rehe und Wildschweine entstehen, begleicht die Voll- beziehungsweise Teilkaskoversicherung. Einige Versicherer haben ihren Schutz zusätzlich auf Unfälle mit bestimmten weiteren oder auch Tieren aller Art ausgeweitet. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Wildschaden keinen Einfluss.
Wer für sein Auto nur eine KFZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat und keine Kasko-Versicherung, muss die Schäden an seinem eigenen Auto nach einem Wildunfall selbst bezahlen. Im Jahr 2023 verzichteten rund 11 Prozent der Autofahrer auf den Schutz einer Kaskoversicherung.
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