Gerade in Niedrigenergiehäusern geht der Trend hin zur Erdwärmepumpe, die durch ihre niedrigen Heiz- oder besser gesagt Stromkosten überzeugt: bei einem modernen Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern liegen diese häufig bei unter 1.000 Euro pro Jahr. Zur Beheizung der Wohnräume wie auch zur Warmwasserbereitung – und im Sommer sogar zur Klimatisierung und Kühlung – werden Erdwärmesonden an den geschlossenen Kreislauf des Wärmeträgermediums angeschlossen. Werden diese im passenden Verhältnis zum Wärmebedarf dimensioniert, ist Biothermie das beste Beispiel dafür, wie effizient das Heizen mit Strom sein kann.
Geothermie – teuer in der Anschaffung, günstig im Verbrauch
Genau genommen ergeben ein Teil Strom und mehrere Teile Umweltwärme genau die Heizwärme, die der Verbraucher zum Heizen, Duschen, oder Waschen beansprucht. Die Effizienz bemisst sich danach, wie viel Umweltwärme gerade zur Verfügung steht und wie viel und zu welcher Temperatur warmes Wasser benötigt wird. Dabei gilt die Faustregel: Je höher die Warmwassertemperatur, desto höher ist der Stromverbrauch.
Die einzige Schwachstelle sind die hohen Anschaffungskosten von mehr als 20.000 Euro für eine Erdwärmeheizung mit Sondenbohrungen. Wer das investiert, bekommt dafür aber ein stabiles Heizungssystem, das richtig eingestellt Wartungsarbeiten nahezu überflüssig macht.
Ökologisch investieren – ökonomisch versichern
Das möglicherweise erforderliche Verpressen der Bohrlöcher von Erdwärmesonden, die zwischen 50 und 150 Meter tief eingebracht werden können nur Spezialisten beurteilen und realisieren. Die Erfahrung und Qualifikation der beteiligten Fachleute ist entscheidend, um Risiken zu vermeiden. Daher ist die Beauftragung von qualifizierten und zertifizierten Personen bei Erdsonden-Bohrungen Grundvoraussetzung für den Versicherungsschutz.
Denn die fest im Boden verankerte Erdwärmesonde ist einigen Gefahren ausgesetzt ist und auch die Bohrung an sich birgt Risiken. Eigenheimbesitzer, die ein Heizsystem mit Erdwärme planen, sollten sich frühzeitig gegen Schäden versichern, die durch Erdsondenbohrungen verursacht werden. Der Versicherer berät welche Baurisiken abgedeckt werden – und für welche der Bauherr überhaupt haftet. In der Bauphase liegt das Risiko beispielsweise beim ausführenden Bauunternehmen. Welche Ausmaße eine Bohrung annehmen kann, erklärt Christian Waldheim, Versicherungsfachmann bei der Oberösterreichischen Versicherung.
Was tun, wenn sich die Erde hebt?
„Bei schlecht ausgeführten Bohrungen kann es zu plötzlichem Ausstoßen von Grundwasser am Bohransatzpunkt kommen, die zu örtlichen Überschwemmungen und sogar zur Schädigung ganzer Stadtteile führen“, so Christian Waldheim. So wurden im Jahr 2009 Risse an einem Gebäude in der historischen Altstadt von Staufen im Breisgau sichtbar, ausgelöst von Erdsonden, die im Rahmen von Geothermie-Bohrungen gelegt wurden. Offenbar war bei der Bohrung Grundwasser in Schichten mit dem Mineral Anhydrit eingedrungen, worauf sich der Stoff in Gips umwandelte und aufquoll.
In der Folge hob sich die Erde um einen halben Meter und beschädigte praktisch die gesamte Altstadt. Das gleiche Bild in Böblingen 2009: In 80 Häusern zeigten sich immer größer werdende Risse. Der Verdacht erhärtete sich, dass die Ursache die gleiche wie in Staufen ist – das sogenannte Gipskeuperquellen. „Wenn gasführende Gesteinsschichten angebohrt werden, was vor allem bei Tiefenbohrungen vorkommt, kann unter Umständen ein verbindendes Fenster zwischen den Grundwasserstockwerken entstehen, weil durch die Verwendung eines tiefer gelegenen Grundwasserleiters die Trennungsschicht des Grundwassernichtleiters perforiert wurde“, weiß Christian Waldheim.
Diese Schäden sollte ein Versicherungspaket abdecken
Ist die Wärmepumpe mal kaputt, handelt es sich oft um einen Totalschaden – mit hohen Folgekosten. Denn beim Einbau einer neuen Sonde muss nochmal gebohrt werden, inklusive neuer Zufahrtswege zur Baustelle und der Wiederherstellung der Umgebung nach der Bohrung – mit erneut allen Risiken, die eine Bohrung mit sich bringt. Hinzu kommen Kosten für ein mögliches Ersatz-Heizgerät während der Reparatur. Daher sollte ein Versicherungspaket diese Punkte unbedingt berücksichtigen.
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