Unterschätztes Brandrisiko

Knapp ein Drittel spart sich den Rauchmelder

Obwohl sie schon lange Pflicht sind, fehlen in vielen Wohnungen und Häusern Rauchmelder. So ein Ergebnis des Axa Präventionsreports. Es reicht aber auch nicht, wenn die Melder einfach nur an der Decke hängen.
Rauchmelder an der Decke für Brandschutz.
© Wirestock / Freepik
Rauchmelder an der Decke: Noch immer gibt es sie nicht in jedem Raum

In deutschen Wohnhäusern besteht Rauchmelderpflicht, die Bundesländer führten die Vorschrift zwischen 2003 und 2017 ein. Allerdings halten sich nicht alle daran. Laut Präventionsreport der Axa haben nur gut zwei Drittel (69 Prozent) der Deutschen Rauch- und/oder Gasmelder in ihrem Zuhause installiert. Befragt wurden rund 2.000 Erwachsene, etwa die Hälfte davon besitzt eine Immobilie.

Der Report zeigt zudem regionale Unterschiede. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben jeweils 73 Prozent der Befragten einen Rauch- oder Gasmelder installiert. In der Region Berlin/Brandenburg, wo erst seit 2016 Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben sind, sind es nur 65 Prozent.

Hier wird dafür das Brandrisiko überdurchschnittlich hoch eingeschätzt. 22 Prozent halten es für eher bis sehr wahrscheinlich, in den kommenden zehn Jahren durch einen Brand im eigenen Zuhause Schaden zu erleiden. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 18 Prozent. Damit wird das Brandrisiko deutlich geringer eingeschätzt als etwa Raub oder Überfall im öffentlichen Raum (28 Prozent).

Doch nicht nur fehlende Rauchmelder sieht die Axa als Problem. Viele der an die Decke geschraubten Boxen sind mittlerweile in die Jahre gekommen. „Rauchmelder mit integrierter Batterie sind nur für eine Nutzungsdauer von rund zehn Jahren ausgelegt und sollten danach konsequent ersetzt werden. Prävention heißt nicht nur installieren, sondern auch instand halten. Nur ein funktionierender Rauchmelder kann einen Brand frühzeitig erkennen – und damit im Ernstfall Leben retten und den Schaden deutlich begrenzen“, sagt Andreas Tenfelde, Leiter der dezentralen Schadenregulierer bei Axa Deutschland.

37 Prozent der Befragten gaben zudem an, auch mit anderen präventiven Maßnahmen gegen Brände – wie Akkuladung beaufsichtigen oder Stecker herausziehen – eher nachlässig umzugehen.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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