Finanztip zu Wohngebäudeversicherungen

Die Frage nach dem Sinn des Elementarschutzes

Da dürften sich Maklern wohl die Haare sträuben: Das Verbraucherportal „Finanztip“ rät in einem aktuellen Artikel zur Wohngebäudeversicherung: Hausbesitzer sollten „unbedingt eine abschließen“. So weit, so gut. Dann aber kommt der Rat, den richtigen Tarif über ein Vergleichsportal herauszufiltern, und bei der Absicherung von Elementarschäden „genau abzuwägen“, ob man diesen Schutz benötige. Die Details.
© picture alliance/Markus Klümper/dpa
Die Innenstadt von Altena in Nordrhein-Westfalen steht im März 2019 unter Wasser, nachdem der Fluss Lenne nach Dauerregen über die Ufer getreten ist. Gegen die finanziellen Folgen einer Überschwemmung schützt der Elementarschaden-Baustein einer Wohngebäudeversicherung.

Das Verbraucherportal „Finanztip“ hat einen Artikel veröffentlicht, der Tipps zur Wohngebäudeversicherung gibt. Diese Policen seien zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, „trotzdem sollten Hausbesitzer unbedingt eine abschließen“, heißt es da. Denn die Police komme für Schäden auf, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser am Haus entstünden.

Eine aktuelle Untersuchung des Portals habe zudem gezeigt, dass die Preisunterschiede sehr deutlich sein könnten. Wer auf „den falschen Tarif“ setze, zahle schnell „mehrere Hundert Euro zu viel“, schreiben die Verbraucherschützer. „So schlägt der teuerste Tarif für ein Einfamilienhaus mit 470 Euro im Jahr zu Buche, während der günstigste knapp 256 Euro kostet. Für eine versicherte Doppelhaushälfte müssen Besitzer zwischen 112 und 282 Euro jährlich bezahlen“, so das Ergebnis der Auswertung.

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Um die für einen selbst am besten geeignete Wohngebäudeversicherung zu finden, empfiehlt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip, folgendes: „Am besten nutzen Verbraucher Vergleichsportale, denn bei den Portalen werden die Merkmale individuell abgefragt.“ Besonders gute Ergebnisse in der Finanztip-Untersuchung hätte Verivox geliefert; Mr. Money könne aber eine Alternative sein. Auf die aktuelle Kritik etwa des Bundeskartellamts zu Vergleichsportalen, zum Beispiel was die Reihenfolge der Vergleichsergebnisse oder die geringe Marktabdeckung angeht (wir berichteten), geht Finanztip dabei nicht ein.

Als nächstes geht es um die Absicherung von Elementargefahren wie Überschwemmungen, Erdbeben, Erdrutsch, Lawinen oder Starkregen. „Das kann teuer sein“, sagt Gotthold. „Im Schnitt verlangen Anbieter dafür einen Preisaufschlag von 48 Prozent.“ Verbraucher sollten daher „genau abwägen, ob sie diesen Schutz benötigen“, heißt es weiter. In einem Risikogebiet, „etwa am Wasser oder an einem Hang“, könne sich das lohnen. Dass Überschwemmungen beispielsweise wegen des Klimawandels immer mehr zunehmen, auch abseits von Flussläufen zunehmend vorkommen und existenzielle hohe Kosten verursachen können – auch darauf fehlt hier ein Hinweis.

Zu den Leistungen, die Hausbesitzer unbedingt mitversichern sollten, zählt Finanztip folgende: 

  • Grober Fahrlässigkeit
  • Abbruch- und Aufräum-, Bewegungs- und Schutzkosten
  • Folgen von Überspannungsschäden
  • Mehrkosten durch behördliche Auflagen
  • Mehrkosten durch Dekontamination von Erdreich
  • Einschluss von Wasserzu- und Wasserableitungsrohre auf dem versicherten Grundstück und außerhalb.
  • Einbruchschäden

Finanztip empfiehlt Verbrauchern außerdem, die Police jährlich zu zahlen und 250 Euro Selbstbeteiligung zu wählen. „Vergleichen Sie regelmäßig die Preise der Wohngebäudeversicherung. Gibt es einen passenden Vertrag günstiger, wechseln Sie! Kündigen können Sie drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres“, empfiehlt Gotthold weiter.

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