9.300 Hausbesitzer in Deutschland können sich freuen: Sie werden aus der höchsten Gefahrenklasse 4 in eine niedrigere Klasse heruntergestuft. Der Grund: Die Zahl der am stärksten von Hochwasser bedrohten Häuser in Deutschland ist statistisch gesehen um jene 9.300 Häuser auf 129.700 gesunken. Im Vergleich zu 2016 ergibt das ein Minus von rund 7 Prozent.
Das hat zur Folge, dass eine Absicherung gegen Naturgefahren für die runtergestuften Häuser nun deutlich einfacher geworden ist, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtet.
Das Geoinformationssystem für Hochwassergefahren der Versicherungswirtschaft (Zürs Geo) umfasst derzeit 21,4 Millionen Adressen. Nur 0,6 Prozent davon befinden sich laut GDV in der höchsten Gefahrenklasse 4. Hier ist statistisch gesehen mit mindestens einem Hochwasser in zehn Jahren zu rechnen. Jedes Jahr aktualisiert der Versicherungsverband die Daten zur Zürs Geo.
„Durch die genauere Datenlage können sich mehr Menschen einfacher gegen die wachsende Überschwemmungsgefahr versichern“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung.
Das Problem:
Vielen wissen gar nicht, dass Überschwemmungsschäden im und am Eigenheim nur von der Versicherung ersetzt werden können, wenn der Zusatzbaustein der erweiterten Naturgefahrenversicherung abgeschlossen wurde. Bundesweit haben nur 40 Prozent aller Häuser einen solchen Zusatzschutz.
Wo eine Hochwasser-Versicherung jetzt einfacher ist:
In Baden-Württemberg sind jetzt nur noch rund 6.200 Adressen und in Hamburg 660 Adressen der Zone 4 zugeordnet. Auch in Hessen sank die Zahl der Adressen der Zone 4 um rund 14 Prozent auf rund 8.300.
Mit den neuen Daten können Versicherer ihre Prämien für Naturgefahrenversicherungen risikogerechter berechnen.
Folgende Gefahrenklassen gibt es laut GDV:
Mit dem neuen Update geht es für einige Hausbesitzer aber auch in den Gefahrenzonen nach oben. Denn insgesamt sinkt für rund 92.500 Gebäude die Gefahrenklasse und für 43.200 steigt sie auch.
Die gute Nachricht:
Insgesamt lassen sich in Deutschland nach GDV-Angaben gut 99 Prozent der Gebäude ohne Probleme gegen Überschwemmungen und Starkregen versichern. Zudem würden auch gefährdete Häuser fast immer mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen guten Schutz erhalten.

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