Die am Anleihemarkt weiter gestiegenen Renditen schlagen sich auch in Lebensversicherungen nieder. In der klassischen privaten Rentenversicherung zog die laufende Verzinsung für 2026 im Branchendurchschnitt leicht von 2,53 auf 2,62 Prozent an. Inklusive Schlussüberschüssen liegt die in Aussicht gestellte Gesamtverzinsung somit bei durchschnittlich 3,23 Prozent (Vorjahr: 3,19 Prozent). Das meldet die Rating-Agentur Assekurata im Rahmen ihrer jährlichen Marktstudie zu deutschen Lebensversicherern.
Wohlgemerkt handelt es sich um Durchschnitte. Denn die Mehrheit der Unternehmen hat ihre Werte im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Laut Assekurata liegt das vor allem an weiterhin (oder wieder) vorhandenen stillen Lasten in den Anleiheportfolios und vorsichtigen Zinsprognosen. „Die Versicherer profitieren in der Kapitalanlage zwar von höheren Erträgen, agieren bei der Überschusspolitik aber weiterhin mit Bedacht“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata.
Des Weiteren bestätigt die neue Studie einen schon länger vorhandenen Trend: Klassische Garantieprodukte verlieren an Bedeutung. Nur noch elf der 37 Studienteilnehmer bieten klassische private Rentenversicherungen im Neugeschäft an. Die laufende Verzinsung beträgt dort 2,57 Prozent. Die höchsten Werte bieten die Ideal und die Öffentliche Braunschweig mit je 3,0 Prozent.
In der neuen Klassik (abgewandelte Garantieformen) liegen die Werte mit 2,65 Prozent laufender und 3,35 Prozent Gesamtverzinsung im Schnitt etwas höher. Und bei den Indexpolicen sind es 3,07 Prozent laufende Verzinsung.
Fondspolicen, inklusive Hybrid-Produkte mit Garantieregeln, bieten 2,49 Prozent laufende und 3,25 Gesamtverzinsung. Wobei dort der Wert je nach Garantie in den Hintergrund tritt. Den Großteil der Rendite sollen schließlich die ausgewählten Fonds liefern.
Neues berichtet Assekurata auch von der Zinszusatzreserve (ZZR). Die fiel insgesamt Ende 2025 unter 80 Milliarden Euro. Den Höchststand hatte sie 2021 kurz vor der Zinswende bei 96 Milliarden Euro erreicht. Im laufenden Jahr dürften weitere 5 Milliarden Euro aus der ZZR abfließen, schätzt man bei der Rating-Agentur.
„Die Zinszusatzreserve hat ihren Charakter als Belastungsfaktor verloren und wird zunehmend zum Erfolgspuffer“, meint Lars Heermann. „Das eröffnet den Unternehmen Spielraum für höhere Überschüsse, wovon mittelfristig auch die Kunden profitieren werden.“
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