HDI Rentner-Studie 2026

Jung und Alt zeigen sich in Sachen Rente reformbereit

Der Generationenvertag in seiner jetzigen Form wackelt. Das sehen sowohl jüngere als auch ältere Menschen in Deutschland so. Offen für Reformen sind sie, zeigt die HDI Rentner-Studie 2026.
Ältere und jüngere Generation sind sich einig, dass Deutschlands Rentensystem Reformen braucht.
© The Yuri Arcurs Collection/Magnific
Ältere und jüngere Generation sind sich einig, dass Deutschlands Rentensystem Reformen braucht.

Deutschland braucht harte Reformen, um das Sozialsystem zu stärken. Sind die Bürger dafür bereit? Ja, durchaus, zeigt die HDI Rentner-Studie 2026. So befürworten 74 Prozent der Befragten der jungen Generation die neue Aktivrente, die Rentnern die Möglichkeit eines steuerfreien Hinzuverdienst von 2.000 Euro nach dem Renteneintrittsalter bietet. Auch unter den Rentnern hätte eine frühere Aktivrente Zuspruch gefunden.

Große Zustimmung gibt es auch für unterschiedliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Rentensystems. Bei den Rentnern befürworten

  • 88 Prozent einen höheren Grundfreibetrag,
  • 87 Prozent eine Erwerbstätigenversicherung, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen sollen,
  • 81 Prozent die Einführung einer Mindestrente.

Für die Umfrage wurden 1.079 Rentnerinnen und Rentnern zwischen 63 und 70 Jahren sowie 1.021 Personen zwischen 18 und 35 Jahren in Deutschland befragt.

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„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen bereit sind, über neue Wege in der Alterssicherung nachzudenken“, sagt Fabian von Löbbecke, Vorstand der HDI Lebensversicherung und verantwortlich für den Bereich Produkte/Neugeschäft Leben. „Dazu zählen neue Finanzierungswege und ergänzende Vorsorgemodelle. Die gesellschaftliche Debatte dreht sich zunehmend nicht mehr um das Ob von Veränderungen, sondern um die Frage, wie faire und langfristig tragfähige Lösungen aussehen können.“

Verschlafene Reformen führen zu Druck

Rund die Hälfte der Befragten hat wenig Vertrauen in den Generationenvertrag – sowohl in der jungen Generation (51 Prozent) als auch unter den heutigen Rentnern (47 Prozent). Nur 17 Prozent der jungen Generation und 9 Prozent der Rentner geben an, großes oder sehr großes Vertrauen in das System zu haben.

Als Hauptursachen dafür, dass das Rentensystem unter Druck geraten ist, nennen beide Gruppen vor allem das Missverhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbeziehern infolge des demografischen Wandels. Beide Generationen sehen das Nichteinzahlen von Beamten und Selbstständigen (junge Menschen: 33 Prozent; Rentner: 71 Prozent) sowie die Vernachlässigung der Reform des Rentensystems (junge Menschen: 42 Prozent; Rentner: 65 Prozent) über einen langen Zeitraum als Hauptfaktoren.

Junge Menschen wünschen sich früheren Renteneintritt

Die Studie zeigt auch deutliche Unterschiede zwischen den Generationen beim erwarteten Renteneintritt: Während heutige Rentner durchschnittlich mit 63 Jahren in den Ruhestand gegangen sind, rechnet die junge Generation erst mit einem durchschnittlichen Renteneintrittsalter von 69 Jahren.

Gleichzeitig würden die 18- bis 35-Jährigen am liebsten bereits mit durchschnittlich 60 Jahren in Rente gehen. Nur 38 Prozent können sich vorstellen über ihr tatsächliches Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten.

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Viele rechnen mit Einschränkungen im Alter

Steigende Lebenshaltungskosten belasten beide Generationen stark: 82 Prozent der Rentner und 77 Prozent der jungen Generation empfinden sie aktuell als belastend. Als größte finanzielle Sorge nennen beide Gruppen insbesondere Lebenshaltungs-, Wohn- und Gesundheitskosten.

Dazu passend blickt die junge Generation auch skeptisch auf ihre finanzielle Situation im Alter: 21 Prozent erwarten bereits heute, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können. Nur 13 Prozent gehen davon aus, dies später ohne finanzielle Abstriche zu schaffen.

Das deckt sich teilweise mit der heutigen Realität vieler Rentner. Nur 22 Prozent der Rentner geben an, ihren Lebensstandard im Ruhestand ohne Abstriche wahren zu können. Knapp jeder vierte Rentner kann den gewohnten Lebensstandard nach eigenen Angaben überhaupt nicht halten; weitere 53 Prozent müssen zumindest kleinere oder größere Einschränkungen hinnehmen.

Private Vorsorge wird wichtiger

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit über die gesetzliche Rente gewinnt private Vorsorge klar an Bedeutung. Drei Viertel der jungen Generation sind überzeugt, künftig stärker privat vorsorgen zu müssen, um ihren Lebensstandard im Alter sichern zu können. Diese Erkenntnis schlägt sich jedoch noch nicht in der privaten Vorsorgebereitschaft nieder; 35 Prozent sorgen nur über die gesetzliche Rente vor.

Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen bei der Art der Vorsorge.

Junge Menschen setzen heute verstärkt auf

  • renditeorientierte Anlageformen wie Aktien, Fonds oder Anleihen (44 Prozent),
  • Spareinlagen (37 Prozent) und
  • private Lebens- und Rentenversicherungen (30 Prozent).

Während heutige Rentner häufiger abgesichert sind über

  • Betriebsrenten (55 Prozent),
  • Wohneigentum (44 Prozent) oder
  • klassische private Lebens- und Rentenversicherungen (40 Prozent).

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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